Grünbach am Schneeberg

Erstellt am 10. Januar 2017, 04:50

von Philipp Grabner

Illegale Asylherberge von Behörde gesperrt. 20 Personen aus Syrien und dem Irak quartierten sich in einem baufälligen Haus ein. Es wird nach Untersuchung geschlossen.

Jenes Gebäude, in dem für kurze Zeit 20 Personen Unterschlupf fanden.  |  privat

Bürgermeister Peter Steinwender (SPÖ) spricht von „Asyltourismus“, der sich von „Oberösterreich nach Niederösterreich entwickelt und auch die Gemeinde Grünbach erreicht hat.“ In einem baufälligen Haus in der Schneeberglandgemeinde seien 20 asylsuchende Personen zugezogen, wie der Ortschef der NÖN mitteilt.

„Das hat mich veranlasst, der Sache auf den Grund zu gehen. Ich habe in drei langen Gesprächen mit den Bewohnern und etlichen Telefonaten mit Bezirkshauptmannschaft und dem Amt der Landesregierung ein erschreckendes Bild gewonnen“, informiert er.

Wusste anfangs niemand, woher die Personen – es handelt sich um Personen aus Syrien und dem Irak – kommen, konnte nach und nach in Erfahrung gebracht werden, dass alle 20 Personen ursprünglich zur Grundversorgung in Oberösterreich aufgenommen wurden, sich allerdings auf den Weg nach Niederösterreich gemacht haben.

Asylsuchende kommen nach Oberösterreich

Bei den Hausbesitzern handelt es sich um drei Personen, wobei sie – laut dem Ortschef – der Gemeinde nicht näher bekannt sind. „Eine baupolizeiliche Untersuchung des Hauses ergab grobe gesundheitliche Mängel, was zu einer Schließung des Gebäudes führt. Die Asylsuchenden werden an ihren angestammten Platz in Oberösterreich zurückkommen, damit das Asylverfahren wieder in geordneten Bahnen vonstattengehen kann“, so Steinwender.

Die NÖN kontaktierte auch das Büro des für Asylfragen zuständigen Büro von SPÖ-Landesrat Maurice Androsch und fragte nach, ob sich Vorfälle dieser Art in letzter Zeit mehren würden. Diese seien, heißt es von Pressereferent Anton Feilinger, nicht exorbitant gestiegen.

„Bei nicht abgestimmten Bundesländerwechsel, werden die Asylwerber in das Bundesland, dem sie erstmals zur Versorgung zugewiesen wurden zurückgeschickt“, informiert er. Möchte der Asylwerber jedoch keine Grundversorgungsleistungen beziehen, kann er sich im Bundesland grundsätzlich völlig frei bewegen, so Feilinger.