Breitenauer Anrainern stinkt’s zum Himmel. Kompostierung bringt auch Lärm, Gestank und Müll. Abfallanlage will nun mit Maßnahmen entgegenwirken.

Von Christian Feigl. Erstellt am 29. April 2021 (03:23)
Obmann Engelbert Pichler: „Kann den Ärger der Anrainer bis zu einem gewissen Maß verstehen!“
NOEN

Lärm, Gestank und Schmutz: Mit diesen Problemen haben seit geraumer Zeit die Anrainer der Abfallbehandlungsanlage Grüne Tonne wieder vermehrt zu kämpfen. Ein Treffen mit den Verantwortlichen der Firma, des Landes und Experten hat nun einen ersten, wenn auch kleinen Erfolg gebracht: Maßnahmen sollen zur Entschärfung gesetzt werden.

„Zur Zeit ist es wieder ärger. Der Lärm, der durch die Arbeiten der Bagger, insbesondere durch das Leerklopfen bzw. Leerschütteln der Laderschaufel entsteht, und der Plastikmüll, der überall herumfliegt, machen uns das Leben schwer“, sagen Herbert Koller und Traude Lukas, die in unmittelbarer Umgebung der Anlage wohnen und im Namen vieler Leidgeplagter sprechen.

Vor allem die Kompostieranlage ist es, die ihnen sauer aufstößt: „Der Wind bringt den Gestank und verfrachtet den Plastikmüll in den Wald und in unsere Umgebung“, erklärt Herbert Koller. Mit den Verantwortlichen der Anlage gebe es zwar grundsätzlich eine gute Gesprächsbasis, aber im Endeffekt passiere zu wenig, klagt er. Koller sei auch klar, dass es für alles eine Genehmigung gebe, aber für die Anrainer sei die Situation trotzdem unerträglich: „Ich kann oft nicht mit Freunden im Garten sitzen, weil es derartig stinkt. Es ist verheerend!“

„Natürlich kann ich den Ärger der Anrainer bis zu einem gewissen Maß verstehen, aber die Werte sind alle innerhalb der Normen.“ Obmann Engelbert Pichler.

Allerdings gibt es aufgrund der letzten Begehung nun doch einen Hoffnungsschimmer für die Anrainer: So wurde zum einen empfohlen, den Zaun, der nur zwei Meter hoch ist, zu adaptieren, um den Austrag von Kunststoffabfällen zu verhindern, und zum anderen sollen Mitarbeiter wöchentlich einen Reinigungsrundgang machen.

Bei der Grünen Tonne wird betont, dass alles gesetzeskonform laufe und die Anlage seit den letzten Überprüfungen auch nicht verändert wurde. Dennoch signalisiert der Obmann des Abfallwirtschaftsverbandes, ÖVP-Bürgermeister Engelbert Pichler Entgegenkommen: „Natürlich kann ich den Ärger der Anrainer bis zu einem gewissen Maß verstehen, aber die Werte sind alle innerhalb der Normen.“ Er möchte den Hebel nun bei der Kompostieranlage ansetzen: „Wir werden ein Trommelsieb ankaufen, das mit einem Messer den groben Plastikmüll, der sich im Bioabfall befindet, gleich zu Beginn aussortiert. Ein weiterer Plan ist nach Möglichkeit die Übernahmestelle mit einem Foliendach einzuhausen.“

Und Geschäftsführer Gerd Hettlinger verweist generell auf die große Problematik von Plastik und Säcken im Biomüll: „Nach Möglichkeit sollten diese Säcke dort überhaupt vermieden werden, da die Bearbeitung dadurch sehr schwierig ist und wir nicht ausschließen können, dass Mikroplastik in die Umgebung gelangt.“

Auch die verrottbaren Maisstärkesäcke würden für die Anlage ein Problem darstellen: „Bis wir sie zur Bearbeitung kommen, sind sie leider noch längst nicht verrottet!“