Polit-Bombe: ÖVP-Gemeinderätin ist neue Ortschefin. Politisches Erdbeben in Schwarzau am Steinfeld: Die bisherige ÖVP-Gemeinderätin Evelyn Artner ist neue Bürgermeisterin und folgt damit auf Günter Wolf (SPÖ). Die Roten verließen daraufhin die Sitzung.

Von Philipp Grabner und Tanja Barta. Erstellt am 13. Februar 2020 (20:42)
Die bisherige Gemeinderätin Evelyn Artner wurde überraschend zur neuen Ortschefin gewählt. Günter Wolf ist nicht mehr Bürgermeister.
ÖVP, Christian Feigl

Damit hatte zuvor wohl nicht einmal die Betroffene selbst gerechnet: Völlig überraschend ist am Donnerstagabend ÖVP-Gemeinderätin Evelyn Artner zur neuen Bürgermeisterin von Schwarzau am Steinfeld gewählt worden. Sie löst damit den bisherigen Ortschef Günter Wolf (SPÖ) im Amt ab. In der Gemeinderatssitzung stimmten offenbar alle Mandatare von ÖVP und FPÖ sowie ein SPÖ-Gemeinderat für Artner – das ergaben Recherchen der NÖN am Abend. Nach der Bürgermeisterwahl, der die Angelobung der Gemeinderäte voranging, beantragte die SPÖ eine Sitzungsunterbrechung und verließ danach den Sitzungssaal. Damit blieben die übrigen Punkte der Tagesordnung – etwa die Wahl eines Vizebürgermeisters – vorerst offen.

Ex-SPÖ-Ortschef Wolf: "Ich war völlig überrascht!"

Der abgewählte Bürgermeister Günter Wolf bestätigt den Vorgang: „Es stimmt – es gab eine Abstimmung, die eigentlich zehn zu neun für mich hätte ausgehen müssen – aber offensichtlich hatte jemand eine andere Meinung“, meint er am Abend gegenüber der NÖN. „Für mich war anschließend klar, dass wir so nicht weitermachen können und habe daher entschieden, dass wir die Sitzung verlassen“, fügt er hinzu. Wer aus seinen Reihen gegen ihn gestimmt haben könnte, könne er nicht sagen: „Für mich war das völlig überraschend – aber nicht nur für mich, sondern auch für die Gewählte selbst!“ Man werde nun auch Juristen hinzuziehen, kündigte Wolf an.

ÖVP-Bezirkschef: "War demokratische Wahl!"

ÖVP-Bezirksparteichef, Landtagsabgeordneter Hermann Hauer wurde von seinen Schwarzauer Kollegen über die Vorkommnisse informiert – und zeigte sich ebenso überrascht: „Man muss aber schon auch sagen, dass sie ganz klar demokratisch gewählt wurde – dass jemand aus den eigenen Reihen umfällt, kann man im Vorfeld aber nicht wissen.“

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