HAK-Schulleiter: "Alle ziehen an einem Strang!". Vor wenigen Tagen gab Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) bekannt, wie die Reife- und Diplomprüfung in Zeiten von Corona abgewickelt werden soll. NÖN.at bat HAK-Schulleiter Wolfgang Ferstl um eine Einschätzung.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 10. April 2020 (14:37)
Wolfgang Ferstl ist Schulleiter der Handelsakademie, des Aufbaulehrgangs und der Handelsschule in Neunkirchen sowie Lektor an der Wirtschaftsuniversität Wien.
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Der von Bildungsminister Faßmann verlautbarte Fahrplan zur Matura könne „aus heutiger Sicht an unserem Standort gut umgesetzt werden“, erklärt HAK-Schulleiter Wolfgang Ferstl gegenüber NÖN.at. Es sei gut, dass sich alle Beteiligten auf das Format der Matura in drei Schulwochen direkt in der Schule intensiv vorbereiten könnten, ist Ferstl überzeugt: „Jene Noten einzubeziehen, die mit vielen Teilleistungen zustande gekommen sind und aus den Semesterzeugnissen stammen, ist eine faire Lösung, da diese Noten weniger vom Glück ein passendes Thema zu ziehen abhängen.“  

Außerdem sei es zu begrüßen, dass „die Maturantinnen und Maturanten jedenfalls das Recht auf freiwillige Verbesserung durch mündliche Prüfungen haben, das entspricht dem Leistungsgedanken, der auch in dieser schwierigen Krisenzeit langfristig zu sehen ist, denn Bildungsabschlüsse sind ausschlaggebend für die gesamte berufliche Karriere. Dennoch muss man die besonderen Umstände berücksichtigen, denen wir alle derzeit ausgesetzt sind.“ Die Krisensituation zeige jedenfalls, dass alle an einem Strang ziehen würden, so der Schulleiter: „Der Minister, die Bildungsdirektion, die Bildungsregion und die Schule.“ Eines sei jedenfalls gewiss: Spätestens am 30. Juni werde man auf die Maturantinnen und Maturanten stolz sein, „das im Leben einmalige Erlebnis Matura unter besonderen Umständen perfekt gemeistert zu haben“, ist Ferstl, abseits seiner Tätigkeit an der HAK auch Lektor an der Wirtschaftsuni in Wien, sehr zuversichtlich.

Das sogenannte „Homeschooling“ laufe an seiner Schule jedenfalls sehr gut, so Ferstl. „Auch durch die langjährigen Vorarbeiten in Bereich des E-Learnings mit Lernplattformen und mit Stunden über Video, ist die derzeitige Vorbereitungsphase zu den abschließenden Prüfungen gut umsetzbar. Unsere Schule bereitet derzeit auch andere Schulen technisch vor und trägt damit dem Ziel der Vernetzung in der Bildungsregion aktiv bei.“ Aus mittlerweile drei durchgeführten Evaluationen mithilfe von Online-Fragebögen gehe hervor, dass sich die Schüler gut betreut fühlen würden: „Wichtig ist in dieser Situation auch, dass umgehend und zentral informiert wird. So besprechen wir täglich offene Fragen im Kreis der Professorinnen und Professoren online ab, jede Woche findet eine Online-Konferenz mit Anwesenheit aller Professorinnen und Professoren statt und wir beziehen die Schülerinnen und Schüler ebenfalls mittels Online-Meeting und Online-Klassensprechersitzungen mit ein. Hundert Prozent aller Schülerinnen und Schüler arbeiten seit dem 16. März digital.“