Erstellt am 22. August 2011, 00:00

Hohe Auszeichnung für David. EHRENZEICHEN / Bundesministerin Dr. Claudia Schmid überreichte Regisseurin Helga David das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

Bundesministerin Dr. Claudia Schmid überreichte Helga David, im Bild mit Bürgermeister Johann Ledolter, das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.JOHANNES AUTHRIED  |  NOEN
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REICHENAU / Für ein paar Minuten unterbrach Bundesministerin Dr. Claudia Schmid für eine Ehrung ihren Urlaub in Reichenau. Sie überreichte nach der „Anatol-Zyklus“-Aufführung Thalhof-Regisseurin Helga David das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. In der Laudatio zitierte die Bundesministerin Schnitzler: „Es gibt Frauen, die etwas Elementareres sind als die Erde. Hätte Schnitzler Dich gekannt, er hätte diesen Satz Dir gewidmet.“

Helga David, 1938 in Wien geboren, stammt aus einer Arbeiter-Kleinhäuslerfamilie. Sie besuchte in Götzendorf an der Leitha das Realgymnasium. Im Anschluss Ausbildung als Lehrerin in der LBA Wiener Neustadt, wo sie ihre erste Begegnungen mit dramatischer Literatur und dem Theater hatte. Sie spielte im Alter von 15 Jahren in einer Schulaufführung die „Antigone“ von Anouilh, mit Rudolf Buczolich als Kreon. Der erwünschte Beruf einer Ärztin kann wegen Geldproblemen der Eltern nicht erfüllt werden und so machte sie dafür die Ausbildung zur ersehnten Schauspielerin. Erste Engagements am Volkstheater in Wien und an der Josefstadt. Über Nacht wird Helga David berühmt und Engagements in Deutschland folgen. Mitwirkung an vielen Konzeptionen des Schauspielhauses Köln. Erstregie am Staatstheater Stuttgart „Medeamaterial“, „Verkommenes Ufer“ von Heiner Müller. In ihrer letzten Rolle spielt sie die „Frau Muskat“ im „Liliom“ neben Wolfgang Böck am Volkstheater Wien. David wendet sich immer mehr dem schönen Fin de Siecle-Raum im Thalhof zu, wo sie seit 1998 Aufführungen, meistens Stücke von Arthur Schnitzler, dem Genius Loci in diesem Raum, inszeniert. Auch Aufführungen von Thomas Bernhard „Am Ziel“ und „Vor dem Ruhestand“ fanden am Thalhof große Zustimmung.