Bezirk Neunkirchen: Hoher Bedarf an Heizmitteln

Erstellt am 02. August 2022 | 20:00
Lesezeit: 3 Min
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Der Holzvorrat von Hubert Schwarz wird immer weniger, Neukunden kann er nicht mehr mit Heizmaterial versorgen.
Foto: Franz Stangl
Lieferanten appellieren an Verbraucher, nichts zu horten.
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Auch bei den heimischen Tankstellen macht sich die Heizmittelknappheit bereits bemerkbar. „In den letzten Wochen konnten wir ein deutlich vermehrtes Aufkommen an Neukunden verzeichnen“, betont Tankstellen-Inhaber Josef Fellner im Gespräch mit der NÖN. Er beliefert Privathaushalte, landwirtschaftliche Betriebe und Unternehmen mit Diesel und Heizöl. Die Beschaffung sei momentan sehr schwierig, da durch den OMV-Unfall (Anfang Juni wurde bei einem Unfall in der OMV-Raffinerie in Schwechat die Hauptdestillationsanlage beschädigt, Anmerkung der Redaktion) viel weniger Öl produziert und befördert werde, gibt er zu bedenken.

„Die Kundschaften fragen jetzt schon an, ob sie das Holz im Winter auch kriegen.“

Ebenfalls schwierig ist die Lage bei Waldbesitzern aus der Buckligen Welt, die ihren Holzbestand als Brennholz verkaufen. Einer der Scheitholzanbieter ist Hubert Schwarz aus Hollenthon: „Die Nachfrage ist extrem hoch. Vor allem im städtischen Bereich. Die Kundschaften fragen jetzt schon an, ob sie das Holz im Winter auch kriegen.“ Das derzeit gefragteste Produkt ist kurz geschnittenes Brennholz mit einer Länge von 25 oder 33 Zentimetern. Während Stammkunden noch bedient werden, wird es für neue Holzkunden von Hubert Schwarz eng: „Ich habe jetzt nichts mehr. Für meine Kundschaften habe ich welches gehabt, und jetzt ist es aus. Die Preise sind hier trotz der starken Nachfrage noch erschwinglich. Je nach Länge des Transportwegs zwischen 100 und 130 Euro pro Schüttmeter.“

20 Leute pro Tag rufen an, jeder will sich einen Schwedenofen aufstellen lassen, weil die Menschen Angst haben vor der Gasknappheit.“
Rauchfangkehrer-Meister Hans Karner

„Es geht derzeit drunter und drüber“, beschreibt Rauchfangkehrer-Meister Hans Karner aus Ternitz die Situation: „20 Leute pro Tag rufen an, jeder will sich einen Schwedenofen aufstellen lassen, weil die Menschen Angst haben vor der Gasknappheit.“ Es sei aber baulich gar nicht überall möglich, einen Ofen aufzustellen, manchmal müsse er die Menschen enttäuschen. Auf die Installation eines Ofens warte man außerdem derzeit Monate, weil es nicht nur keine Öfen, sondern auch kein Material dazu gebe. Viele Menschen seien bei den Betriebskosten schon vor den Teuerungen am Limit gewesen, jetzt könnten sie sich die Energiekosten fast nicht mehr leisten. „Wer hätte gedacht, dass es so eskaliert“, sorgt sich Karner, „ich fürchte mich schon vor dem Herbst, wenn es das erste Mal so richtig kalt wird.“

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