Hunderte protestierten gegen Corona-Maßnahmen. Robert Schallert und Kurt Zeilinger riefen am heutigen Samstag zur großen Demonstration in Ternitz auf. Grund für die Bewegung, der hunderte Personen folgten, waren die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung. Die NÖN mischte sich unter die Demonstranten.

Von Tanja Barta und Nadine Gasteiner. Erstellt am 09. Januar 2021 (16:17)

Es war im Jahr 1986, als in Ternitz das letzte Mal demonstriert wurde. Damals ging man wegen der Stahlwerkschließung auf die Straße. 35 Jahre später sind es das Coronavirus und dessen Folgen, die zahlreiche Menschen dazu brachten, ihren Unmut im Rahmen einer Demonstration kundzutun. Genauer gesagt sind es die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung, die FPÖ-Gemeinderat Robert Schallert und Kurt Zeilinger dazu bewogen haben, eine Demo auf die Beine zu stellen.

„Meine Töchter vereinsamen“

Es ist gegen 13.30 Uhr, als die ersten Demonstranten in der Franz-Dinhobl-Straße eintreffen. Viele bringen die Österreichfahne oder selbstgebastelte Schilder mit Aufschriften wie „Kurz muss weg!“ oder „Maskenpflicht? Nein, Danke!“ mit. Es sind die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung, die diese Demonstration entstehen ließen. „Meine Töchter (7 und 17 Jahre, Anm.) verlieren ihre sozialen Kontakte und vereinsamen“, nennt Kurt Zeilinger nur einen von vielen Gründen, warum er mit Roland Schallert dieses Zusammentreffen organisierte. Und dem Aufruf der beiden folgten zahlreiche Personen. So auch Reiner Jochen, der der NÖN erklärt, dass er heute nicht für sich selbst in Ternitz mitgehe, sondern vor allem für die junge Bevölkerung:

„Kindern wird die Freiheit genommen!“ Ebenfalls unter den Demonstranten: Ex-FPÖ-Stadtrat Michael Reiter. Er sei schon bei mehreren Demos dabei gewesen, unter anderem in Wien und vor wenigen Tagen auch in Wiener Neustadt. „Ich kämpfe um die Zukunft meines Sohnes. Er ist schon seit drei Monaten zuhause, weil ich nicht möchte, dass er im Unterricht die Maske trägt. Wenn die Lehrer davor Angst haben, dass die Kinder das Virus so streuen, dann sollen sie eine FFP2-Maske aufsetzen!“, so Reiter verärgert. Er betont allerdings gleichzeitig, dass er kein Corona-Leugner sei. „Die Menschen müssten sich nur selbst informieren und recherchieren. Und nicht alles glauben, was die Medien berichten!“

Polizei ist ständiger Begleiter

Den Demonstranten weichen dutzende Polizisten nicht von der Seite. „Wir sind mit einer eigenen Einsatzeinheit hier, die auf Demos spezialisiert ist“, so Chefinspektor Johann Baumschlager, Pressesprecher der Landespolizeidirektion. Fünf Personen wurden von der Polizei angezeigt - sie trugen keinen Mund-Nasen-Schutz.

Die Einsatzkräfte hatten am heutigen Samstag generell viel zu tun. Denn Ternitz war nicht der einzige Standort für eine Demo. „Es gabniederösterreichweit heute fünf Demonstrationen“, so Johann Baumschlager. Jene in Ternitz löste sich nach rund eineinhalb Stunden wieder auf.