Trachtenkapelle Wartmannstetten: Instrumente gegen Fleisch getauscht

Die Trachtenkapelle Wartmannstetten kann auf eine spannende Geschichte zurückblicken.

Erstellt am 23. Oktober 2021 | 05:18
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So sah die damalige Musikkapelle Wartmannstetten im Jahr 1950 aus. Innerhalb kürzester Zeit wurde aus einem Quartett ein großer Verein. 1962 wurde aus der Musik- die Trachtenkapelle.
Foto: zVg/Archiv

Es war der 20. Februar 1946, als der Grundstein für die heutige Trachtenkapelle Wartmannstetten gelegt wurde. Am 24. Oktober wird deshalb ab 17 Uhr zum großen Jubiläumskonzert ins Musikerheim geladen.

Die Idee, einen Verein zu gründen, wurde übrigens im Gasthof „Naglhof“ bei einem „Heiß-Trunk“ geboren. Damals beschloss man, den Klub „Fröhliche Jugendkameradschaft Wartmannstetten“ unter ihrem ersten Obmann Josef Malek ins Leben zu rufen. Als äußeres Zeichen trug man bei den Zusammenkünften und Festbesuchen einen „Girardi Hut“. Erstmals gespielt wurde dann beim Maibaumschnitt in Oberdanegg.

Ab 1950 offiziell Musikverein

Wenig später beschloss man, aus der Kameradschaft eine Musikkapelle aufzubauen. Als Vereinslokal wurde das Gasthaus Schwender gewählt. Mit dem Reingewinn diverser kleiner Konzerte, Geldspenden oder materiellen Werten (Kartoffel, Mehl, Fleisch, Eier, Holz, Anm.) wurden die ersten Instrumente angekauft beziehungsweise eingetauscht. Der erste Auftritt eines Quartetts bestehend aus Walter Wagner, Alfred Berl, Adolf Sagmeister und Gottfried Kohlmer fand schlussendlich im Juli 1946 statt. Interimistisch wurde ein Jahr darauf der Musikverein Wartmannstetten gegründet, der ab 1950 als ordentlicher Verein mit Statuten angemeldet war. 1952 marschierte man beim Jubiläumsfest in Pitten bereits als stattliche Musikkapelle durch die Gemeinde. Zehn Jahre später gab es eine weitere große Veränderung: Der Musikverein wurde zur heutigen Trachtenkapelle. Entworfen wurde die Tracht von Franz Lipp.

Nach und nach war die Trachtenkapelle bei verschiedensten Veranstaltungen immer gefragter. Zu den Highlights der Kapelle zählten nicht nur Fernsehauftritte, sondern auch der Besuch beim damaligen Bundespräsidenten Franz Jonas.

Das nächste Highlight für den Verein folgte zwischen 1971 und 1975. In dieser Zeit wurde das Musikerheim gebaut. Im April 1983 übergab Kapellmeister Walter Wagner nach 43-jähriger Tätigkeit den Dirigentenstab an seinen Nachfolger Kapellmeister Franz Eisenkölbl, der diese Funktion bis heute innehat.