SBO verlängert Kurzarbeit im Stammwerk Ternitz. Der niederösterreichische Ölfeldausrüster SBO hat die Kurzarbeit in seinem Stammwerk in Ternitz bei Neunkirchen verlängert, die im Februar 2016 wegen eines massiven Auftragseinbruchs eingeführt worden war. Das Unternehmen bestätigte am Freitag eine entsprechende ORF-Teletext-Information.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 21. Juli 2017 (12:50)
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Die Kurzarbeit für die zuletzt rund 310 Beschäftigten in Ternitz wäre eigentlich Ende Juli ausgelaufen, jetzt gilt sie ein weiteres halbes Jahr, nämlich bis Ende Jänner 2018. Diese Verlängerung helfe "sowohl dem Unternehmen als auch den Mitarbeitern", erklärte SBO-Vorstandschef Gerald Grohmann: "Damit können wir unsere Kernmannschaft halten und sind gut aufgestellt, um auf ein Anziehen des Marktes rasch zu reagieren."

In den vergangenen Monaten hätten die Aktivitäten am Markt in Nordamerika zugelegt, international sei jedoch noch keine Belebung zu spüren, so Grohmann. SBO sei mit einer kerngesunden Bilanzstruktur und hohen liquiden Mitteln solide aufgestellt, um auf Entwicklungen am Markt zeitnah und mit voller Stärke reagieren zu können, erklärt der CEO.

Dem Ölfeldausrüster SBO macht seit geraumer Zeit die Investitionszurückhaltung der Ölbranche aufgrund der lange Zeit zu niedrigen Rohölpreise zu schaffen - wobei heuer der Abschwung am Ölmarkt ein Ende fand, und auch die Aufträge der Ölfeldausrüster anzogen, auch bei SBO. Insgesamt haben die Kurzarbeit und ein flexibles Arbeitszeitmodell dem Unternehmen geholfen, halbwegs durch die Krise zu kommen. Während der Kurzarbeit erhalten die Mitarbeiter 10 Prozent weniger Lohn. Die Kosten der Kurzarbeit trägt zum Teil das Arbeitsmarktservice (AMS).

Überstundentöpfe sind leer

Die in guten Jahren gefüllten Überstundentöpfe seien inzwischen aber leer, nachdem die vergangene Krise länger gedauert habe als alle davor, hatte SBO-Chef Gerald Grohmann Ende Mai erklärt. Das flexible Arbeitszeitmodell bei SBO helfe, ein Krisenjahr gut zu überstehen, ohne dass Schlüsselpersonal gekündigt werden müsse, so Grohmann damals.

In den vergangenen zwei Jahren hatte Schoeller-Bleckmann Oilfield seine Belegschaft drastisch reduziert - 40 Prozent machte der Einschnitt aus, in Österreich gingen seit Ende 2014 rund 30 Prozent der Jobs verloren. Der Trend wurde zuletzt gestoppt, im Frühjahr stieg der Mitarbeiterstand von 1.200 auf 1.236 leicht. Im ersten Quartal zog SBO im Jahresabstand 72 Prozent mehr Aufträge an Bord. Am 24. August will das Unternehmen über die Entwicklung im zweiten Quartal berichten.