Gesundheitszentrum: „Vollbetrieb ist weiterhin Ziel“. Eröffnung im Oktober 2021 ist fix. Primärversorgungseinheit gibt es vorerst aber keine.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 14. Juni 2021 (04:15)
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Bürgermeister Willibald Fuchs (ÖVP) auf der Baustelle für das neue Gesundheitszentrum im Zentrum der Marktgemeinde.
Philipp Grabner, Philipp Grabner

Für Bürgermeister Willibald Fuchs (ÖVP) steht fest: Mit dem Bau des neuen Gesundheitszentrums mitten im Ortszentrum wird nichts weniger als „die hausärztliche Versorgung in der Region sichergestellt“. Die Bauarbeiten für das rund drei Millionen Euro schwere Projekt, das im Pilippgarten umgesetzt wird, laufen aktuell auf Hochtouren, wie Fuchs bei einem Lokalaugenschein mit der NÖN Neunkirchen ausführt. Die Planungsphase selbst beschreibt Fuchs aber als „aufwendig, da die Abläufe und Arbeitsbedingungen mehrmals optimiert wurden“.

Im Zeitplan sei man aktuell jedenfalls sogar „weiter vorne als gedacht“, der Eröffnung im Oktober diesen Jahres sollte Fuchs zufolge nichts im Wege stehen.

„Der Vollbetrieb als Primärversorgungszentrum ist weiterhin das erklärte Ziel und das wollen wir auch erreichen.“ Willibald Fuchs, Bürgermeister ÖVP

Einen Schönheitsfehler gibt es für den Bürgermeister aber jedenfalls: Das erklärte Ziel, alle Hausärzte aus dem Ort in dem Zentrum unterzubringen und so eine sogenannte Primärversorgungseinheit anbieten zu können, ist vorerst gescheitert: Zwei Ärzte seien trotz intensiven Vorgesprächen in letzter Minute abgesprungen, so Fuchs: „Der ursprüngliche Plan war es, dass sich vier praktische Ärzte die Wochenarbeitszeit von 60 Stunden aufteilen“, erklärt Fuchs.

das neue Gesundheitszentrum in Kirchberg
Das neue Gesundheitszentrum in Kirchberg
Marktgemeinde

Mit 1. Oktober soll vorläufig nur der Kirchberger Arzt Alois Rieck in dem neuen Gebäude im Ortszentrum ordinieren – er soll, so Fuchs, versuchen, Mitstreiter für eine Gemeinschaftspraxis zu finden. Für den Bürgermeister ist aber eines in Stein gemeißelt: „Der Vollbetrieb als Primärversorgungszentrum ist weiterhin das erklärte Ziel und das wollen wir auch unbedingt erreichen. Schließlich passen ja auch die Rahmenbedingungen ideal.“ Worin die Gründe für die Absage in letzter Minute liegen, will Fuchs nicht näher kommentieren – nur so viel: „Ich kann mir vorstellen, dass es sehr schwierig ist, viele verschiedene Personen in einer Gesellschaft zusammenzubringen.“

Bestehen soll das neue Gesundheitszentrum schließlich aber nicht nur aus der hausärztlichen Ebene, die für das Erdgeschoß geplant ist – im ersten Stock sollen sich Fachärzte und Therapeuten niederlassen. „In diesem Bereich sieht es sehr gut aus“, verspricht der Ortschef.

Für das gesamte Projekt müssen rund drei Millionen Euro auf den Tisch gelegt werden, ein Teil wird von der EU gefördert. Die Finanzierung sei gesichert, beteuert Fuchs: Zum einen mit einem „ausgeklügelten Finanzplan“, zum anderen mit einem aufgenommenen Darlehen von einer Million Euro.

SPÖ zeigte Missstände bei den Vergaben auf

Kritik gab es zuletzt vonseiten der SPÖ, weil fünf Gewerke über 100.000 Euro nicht dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt wurden. „Ein Missstand, den wir nun repariert haben“, erklärt Fuchs und verweist auf die nachträglichen Beschlüsse, die schließlich ohne die SPÖ gefasst wurden. Zwar sei die Kritik grundsätzlich berechtigt, doch sei man bei der Vergabe nach bestem Wissen und Gewissen vorgegangen: Stets habe es mehrere Angebote gegeben, ein Preisspiegel habe das beste Angebot ermittelt. „Schließlich wurde an den Bestbieter vergeben“, so Fuchs.