Maturanten: „Matura ist nicht geschenkt“. Wie geht es angehenden Maturanten in Corona-Zeiten? Jonas Hottenroth, Ylva Turner und Teresa Gruber vom Gymnasium Sachsenbrunn im Gespräch mit der NÖN.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 17. Mai 2021 (03:13)
Ylva Turner, Jonas Hottenroth und Teresa Gruber besuchen die 8A des G/RG Sachsenbrunn.
Philipp Grabner, Philipp Grabner

NÖN: Fühlt ihr euch schon gut vorbereitet auf die Matura, die dieser Tage stattfindet?

Jonas Hottenroth: Ja, auf jeden Fall – schließlich findet die Vorbereitung auf die Matura in acht Jahren statt beziehungsweise intensiver in der Oberstufe. So oder so sind wir also vorbereitet, egal, wie das ganz konkret aussieht. Als Maturanten waren wir außerdem privilegiert, weil wir mehr im Haus waren als andere Jahrgänge.

Ylva Turner: Ich sehe das auch so. Ich selbst tu‘ mir nur in Mathe ein wenig schwer, aber da hab‘ ich Nachhilfe.

Teresa Gruber: Wir gehen, zum Beispiel in Mathe, den ganzen Maturastoff nochmal durch. Die Vorbereitung läuft also sehr gut.

Die Matura heuer läuft unter anderen Spielregeln ab – die mündliche Matura ist wie im Vorjahr freiwillig. Findet ihr das Konzept gut?

Jonas: Ich empfinde diese Regeln nicht als tragisch und es stimmt auch nicht, wenn Leute sagen, dass die Matura „geschenkt“ ist – das ist sie nicht! Die eigentliche Herausforderung waren ja die acht Jahre zuvor – ob wir jetzt vier oder drei Fächer schriftlich maturieren, ist eher nicht so relevant.

Ylva: Ich finde gut, dass die Jahresnote miteinbezogen wird – schließlich arbeite ich das gesamte Jahr über mit. Ich finde das sehr fair.

Wie geht es euch persönlich, wenn Menschen von einer „geschenkten Matura“ sprechen?

Jonas: Ich finde das schade, weil es für mich nicht so viel Unterschied macht. Es geht ja nicht nur um die Matura, sondern auch um das, was wir davor geleistet haben.

Ylva: Ich sehe das auch so, schließlich haben wir denselben Stoff wie alle anderen. Der Aufwand war ja derselbe.

Teresa: Voriges Jahr hieß es ja bekanntlich auch, dass die Matura geschenkt sei – und trotzdem haben sie noch nicht alle geschafft. Insofern kann man das so auch nicht sagen!

Als letztes Jahr die Corona-Krise begann, wurde auch das Distance Learning aktuell – wie wart ihr, wie war eure Schule darauf technisch vorbereitet?

Jonas: Die ersten Wochen waren für alle sehr ungewöhnlich, aber trotzdem hat es gut funktioniert. Wir haben über die Schulplattform gearbeitet, über die Dateien ausgetauscht werden konnten. Der Umstieg auf „Teams“ erfolgte dann etwas später.

Teresa: In den höheren Klassen war das nicht so ein Problem, weil wir ja auch alle schon einen Laptop hatten. Manche Lehrer mussten sich aber bestimmt sehr umstellen und auch die Internetverbindung ist nicht immer so toll. Aber grundsätzlich hat es funktioniert.

Ylva: Vorteil war, dass wir die Plattform schon hatten und über diese arbeiten konnten.

Welche Note bekommen eure Lehrer fürs Corona-Krisenmanagement?

Jonas: Positiv sind alle (lacht). Manche Lehrer waren zuvor technisch schon sehr versiert und haben viel mit diesen Möglichkeiten gearbeitet, andere mussten es sich aneignen. Aber es hat an sich gut funktioniert.

Zahlreiche Studien besagen, dass Jugendliche von der Corona-Krise sehr stark betroffen sind. Viele geben an, sich einsam zu fühlen, viele meinen, psychisch belastet zu sein. Wie habt ihr das wahrgenommen?

Teresa: Ich glaube, es kommt darauf an, wie die persönliche Situation ist. Ich habe einen Freund und hab‘ mich daher auch nie einsam gefühlt, weil ich immer jemanden zu reden hatte. Mit Freunden war ich online in Kontakt. Mehr leiden glaube ich Jüngere darunter, die gerade ins Fortgeh-Alter kommen würden, aber nicht fortgehen dürfen.

Jonas: Das Schwierigste war, dass die sozialen Kontakte weggefallen sind. Eingebettet in eine Arbeitsgemeinschaft ist es viel besser, als alleine zu arbeiten. Bei Videokonferenzen fallen viele zwischenmenschliche Sachen weg – der Witz vom Lehrer, das Plaudern in der Pause, das Spielen im Turnsaal.

Danke fürs Gespräch. Und euch allen viel Glück und Erfolg bei der Matura!