Auch Betroffene ins Boot holen. Über einen Erdeinbruch bei einer Wohnhausanlage und dessen Folgen.

Von Christian Feigl. Erstellt am 13. Januar 2021 (03:45)

Es gibt sicher angenehmere Gefühle als zu wissen, dass man in einer Wohnhausanlage wohnt, die von einem Stollen untergraben ist. Nun ist das in der Bezirkshauptstadt an und für sich kein Novum, zieht sich doch auch unter dem Zentrum und Hauptplatz seit Jahrzehnten eine Stollenanlage. Neu ist aber für die Bewohner der Häuser in der Oberen Mühlfeldstraße zum Unterschied jener im Stadtzentrum, dass es dort im September zu einem Erdeinbruch gekommen ist.

Nachfolgende Untersuchungen haben deshalb die Stadt als oberste Bauinstanz veranlasst, der Errichter-Genossenschaft dieser Reihenhausanlage, die Gebau-Niobau, einen Sanierungsbescheid zukommen zu lassen. Dort ist man über die Causa wenig erfreut, versichert aber gegenüber der NÖN schon Mitte Jänner mit Experten vor Ort zu sein, um die weiteren Schritte für eine Sanierung zu besprechen. Wenig erfreut auch deshalb, weil ja dieser Stollen nicht zufällig entstanden ist und schon vor Baubeginn existiert hat. Es wird die Frage zu klären sein, ob und wer davon gewusst hat. Deshalb prüft die Rechtsabteilung des Bauträgers aktuell auch Regressforderungen an den Grundverkäufer.

Dass die Bewohner der Anlage verunsichert sind, liegt auf der Hand. Deshalb wäre es auch dringend notwendig, sie über den aktuellen Stand zu informieren, auch wenn immer wieder betont wird, dass keine Gefahr besteht.