ÖBB überrollt die Gemeinden. Philipp Kienzl über die ÖBB-Verträge mit der Stadt Neunkirchen.

Von Philipp Kienzl. Erstellt am 23. Juli 2014 (15:03)
Der Neunkirchner Bahnhof gilt seit Jahren als Problemzone: Alt, schmutzig, abgewrackt. Jedenfalls keine Werbung für den öffentlichen Nahverkehr. Nun packen die ÖBB an und wollen aus dem ehemaligen „Loch“ ein Schmuckkästchen zaubern. Ein lobenswerter Weg – wenn da nicht die Knebelverträge wären.

Wieso müssen Gemeinden für die Wartung der ÖBB-Lifte eine fünfstellige Summe pro Jahr berappen? Wieso müssen sie sich an den Errichtungskosten für Park&Ride-Anlagen beteiligen (von denen im Endeffekt die Bahn profitiert) und warum müssen Kommunen für die Rettung aus stecken gebliebenen Aufzügen garantieren und im Notfall für eventuelle Unfälle aus der eigenen Tasche haften?

Man wird das Gefühl nicht los, dass es sich die Bundesbahner allzu leicht machen. Getreu dem Motto: „Friss‘, Vogel, oder stirb‘!“ Mit Kommunikation auf Augenhöhe hat das alles jedenfalls wenig zu tun. Ein Schelm, wer Böses denkt, aber: Wollen die Bundesbahnen auf diese Weise neue Schulden über die Hintertür den Gemeinden umhängen?