Ternitz: Komplette Rodung des Schwarza-Ufers verhindert. Interessensgemeinschaft und Wasserverband konnten sich auf Plan für Uferbewirtschaftung der Schwarza einigen.

Von Tanja Barta. Erstellt am 19. Februar 2021 (03:34)
IG-Obmann Hannes Kernbeis, Dunja Spies, Wasserverbands-Obmann und SPÖ-Stadtrat Gerhard Windbichler sowie SPÖ-Bürgermeister Rupert Dworak.
Stadtgemeinde Ternitz

Die Aufregung war groß, als Mitglieder der Interessensgemeinschaft Schwarza (IG) plötzlich Markierungen an den Bäumen entlang des Schwarzaufers entdeckten. „Alle Bäume, die rot markiert sind, sollen wegkommen“, wurde der NÖN damals bei einem Lokalaugenschein erklärt. Mittlerweile hat sich in der Causa Schwarzaufer aber einiges zum Positiven gewandt. Nach einer dreistündigen Sitzung mit Wasserverband, Gemeindevertretern und Interessensgemeinschaft, einigte man sich auf einen Kompromiss.

Der zuständige SPÖ-Stadtrat Gerhard Windbichler.
SPÖ

Der Schock der IG saß tief, als es hieß, dass auf einer Länge von rund 250 Metern alle Bäume entlang des Schwarzaufers für den Hochwasserschutz weg müssen. Das soll nach einem Gespräch zwischen allen Verantwortlichen aber nun doch nicht passieren.

„Die Anlandungen im Bereich Markus-Grabner-Brücke bis Rasner E-Kraftwerk, das sind ca. 500 Meter, werden ausgebaggert. Alle Bäume und Pflanzen, die im Flussbett stehen, werden entfernt“, heißt es in einer gemeinsamen Aussendung von SPÖ-Gemeinderat Gerhard Windbichler und dem Obmann der IG, Hannes Kernbeis.

Am linken Uferbereich sollen alle schützenswerten Bäume erhalten bleiben. Zudem soll bis Ende 2022 ein Gefahrzonenplan erstellt werden. Ziel sei es, dadurch ein umfassendes Gewässerbetreuungskonzept bis 2023 für die Schwarza zu erstellen.

Die ersten Arbeiten haben bereits am Montag begonnen.
Tanja Barta

Thema war auch der Hochwasserschutz. Um Schutz bei einem 100-jährigen Hochwasser gewährleisten zu können, müssten laut Bescheiden aus den Jahren 1936 bis 1977 alle Bäume und Pflanzen im Fluss von Ursprung der Schwarza bis zur Einmündung in die Leitha entfernt werden. Zudem müssen laut Bescheid alle Anlandungen im Flussbett ausgebaggert werden. Diese Bescheide besitzen laut der Abteilung Wasserbau noch immer Rechtsgültigkeit.

Auch für zukünftige Projekte, die den Fluss betreffen, wurde eine Vereinbarung zwischen IG und Wasserverband getroffen: Nach Festlegung notwendiger Maßnahmen an der Schwarza wird die Gemeinschaft informiert und Maßnahmen besprochen. „Wir sind mit dem erzielten Ergebnis zufrieden und hoffen auf eine gute und für alle Seiten zufriedenstellende zukünftige Zusammenarbeit“, so Hannes Kernbeis, Gerhard Windbichler und SPÖ-Bürgermeister Rupert Dworak.

Die ersten Arbeiten haben übrigens schon am Montag begonnen. Laut Kernbeis und Windbichler sollen diese bis Mitte Mai abgeschlossen sein.