Bettenstation 5 für Covid-Patienten geräumt. Im südlichen Niederösterreich wird künftig das Landesklinikum Neunkirchen als Covid-Spezialkrankenhaus geführt. Die Erkrankten werden auf der Bettenstation 5 untergebracht, diese wurde dafür geräumt.

Von Christian Feigl. Erstellt am 20. März 2020 (13:24)
Symbolbild (von der Eröffnung des LK Neunkirchen)
NOEN, Petra Stückler

Was die Spatzen schon länger von den Dächern pfiffen (diesbezügliche NÖN-Anfragen bei der Landesklinikenholding im Vorfeld wurden gar nicht oder unzureichend beantwortet), ist nun fix.

Laut einer APA-Meldung hat die NÖ Landeskliniken-Holding, künftig Landesgesundheitsagentur (LGA),  nunmehr in jeder Gesundheitsregion ein Krankenhaus zur Behandlung von Covid-19-Patienten definiert. Nach Melk sind dies Hollabrunn, Lilienfeld, Neunkirchen und Waidhofen an der Thaya. Dies geschehe, weil von einer steigenden Zahl an Erkrankungsfällen auszugehen sei.

Die Entscheidung für die vier weiteren Kliniken sei ,,nach Abwägung aller medizinischen und strukturellen Gegebenheiten" gefallen. Zunächst sollen Lilienfeld und Neunkirchen die Behandlung positiv getesteter Erkrankter aufnehmen, die Spitalsbetreuung brauchen. ,,Die anderen Kliniken folgen gemäß Kapazitätsnotwendigkeiten in den nächsten Tagen", so die Holding. Die gesetzte Maßnahme soll auch die möglichst wohnortnahe Versorgung von Patienten sicherstellen. "

Es gebe einen definierten ,,Stufenplan, der uns in die Lage versetzt, unsere Kapazitäten den Erfordernissen entsprechend der Infektionsentwicklung anzupassen", sagte der Leiter des Krisenstabs und LGA-Vorstand Konrad Kogler. Die Festlegung sei in enger Abstimmung mit den jeweiligen Klinikleitungen erfolgt, betonte Helmut Krenn. Er führt als Vorstand der NÖ Landesgesundheitsagentur einen zweiten Krisenstab. ,,Der tageweise wechselnde Einsatz unserer beiden Führungsgruppen stellt eine kontinuierliche Bereitschaft sicher."

Mit Freitag befanden sich 37 Covid-19-Patienten in Niederösterreich in stationärer Behandlung. 

Klinikpersonal verunsichert

Unterdessen wächst aber die Verunsicherung des Klinikpersonals in Neunkirchen, wie Mails, die der NÖN vorliegen, verdeutlichen: ,,Uns werden wesentliche Informationen vorbehalten. Wir sind alle verunsichert. Es gab einen positiv getesteten Patienten im Haus und deshalb befindet sich auch weiteres Personal in Quarantäne", so die Infos aus der Belegschaft.

Personalvertreterin Evelin Lizzi stellt Informationsmangel aber in Abrede: ,,Jene, die die Informationen betreffen, bekommen sie auch. Zu medizinischen Fragen kann und darf ich nichts sagen!", bittet sie um Verständnis.

Der positive Patientenfall sowie die Quarantäne einer Handvoll Mitarbeiter wurden von der Landesklinikenholding bis dato nicht bestätigt. ,,Es gibt eine positiv getestete Mitarbeiterin. Die ist aber aus dem Urlaub gleich in den Krankenstand gegangen und gar nicht mehr ins Klinikum gekommen. Hatte also keinen Kontakt mit Mitarbeitern im Klinikum", so Holding-Sprecher Bernhard Jany.

Eine abermalige Anfrage seitens der NÖN zu dem positiv getesteten Patienten, der sich laut NÖN Informationen allerdings nicht mehr im Spital befinden soll, sowie den Mitarbeitern, die angeblich in Quarantäne sind, wurde bis dato nicht beantwortet