Neunkirchner SPÖ-Stadtrat Ebruster ausgebootet. Erstmals in der Geschichte wird es kein eigenes Sportressort mehr geben: ÖVP krallt sich neu geschaffene Ressorts selber und lässt Kurt Ebruster im Regen stehen.

Von Christian Feigl. Erstellt am 18. Februar 2020 (04:26)
Christine Vorauer wird sich künftig als ÖVP-Stadträtin um alle Vereine kümmern. Kurt Ebruster (re.): „Das ist eine rein politische Entscheidung gewesen!“ Fotos: Archiv
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Dass es künftig, wie es seit Jahrzehnten üblich war, kein eigenes Ressort mehr für den Sport geben wird, sorgt für Verwunderung und Kritik.

„Wir haben beschlossen, das Ressort auf breitere Beine zu stellen und dort alle Vereine zusammenzufassen“, erklärte ÖVP-Stadtrat Armin Zwazl bei der Präsentation die Beweggründe. Das Vereinsressort soll künftig von ÖVP-Mandatarin Christine Vorauer geführt werden.

Christine Vorauer wird sich künftig als ÖVP-Stadträtin um alle Vereine kümmern.
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Neu ist auch, dass über die Förderungen nicht mehr dieses Ressort, sondern jenes von ÖVP-Finanzstadtrat Peter Teix entscheiden wird. Somit hat hier die ÖVP die bisherigen Agenden der SPÖ, die von Stadtrat Kurt Ebruster geführt wurden, übernommen. „Auch deshalb, weil es nicht eindeutiger Wunsch der SPÖ war“, wie es Zwazl interpretiert.

Dem widerspricht die SPÖ. Günther Kautz spricht sogar von einem „Skandal“: „Das ist unerhört, dass eine Stadt wie Neunkirchen mit so vielen Sportvereinen künftig kein eigenes Sportressort mehr hat und sich die Vereine an zwei Ansprechpersonen fürs Herzeigen und für das Geld wenden müssen.“ Er glaubt, so wie Parteikollgin Andrea Kahofer, die wahren Gründe zu kennen: „Kollege Ebruster war aufgrund seines Fachwissens, seiner Kompetenz und seiner Anerkanntheit der ÖVP ein Dorn im Auge, deshalb ist das aus politischem Kalkül passiert!“

Kurt Ebruster: „Das ist eine rein politische Entscheidung gewesen!“
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Als „rein politische“ Entscheidung interpretiert auch der „ausgebootete“ Kurt Ebruster die neue Einteilung: „Das ist schade, denn ich denke, dass ich es gerne und gut gemacht habe. Aber die politische Mehrheit entscheidet eben, mal schauen, wie sich das langfristig auswirkt.“

Verwundert ist Ebruster nur über den Umstand, dass es im Vorfeld diesbezüglich kein einziges Gespräch gegeben hat.