ÖVP-Aussendung sorgt für Streit in Grünbach. Dass ÖVP Kooperation der Gemeinde mit SGN mit Skepsis beäugt, sorgt beim Ortschef für Ärger. Er spricht von „Inkompetenz“, die ÖVP-Vertreter verteidigen die Vorgangsweise.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 29. Oktober 2020 (03:55)
Bürgermeister Peter Steinwender (SPÖ) kritisiert eine Aussendung der ÖVP.
SP, VP

Gar nicht gut zu sprechen ist Bürgermeister Peter Steinwender (SPÖ) aktuell auf sein Gegenüber im Gemeinderat, die ÖVP. Grund dafür ist die vierseitige Postwurfsendung „Miteinander durch den Herbst“, in welcher die geschäftsführenden ÖVP-Mandatare Martin Bramböck und Andreas Pinkl über diverse aktuelle Themen schreiben.

Klubsprecher Martin Bramböck verteidigt seine Ausführungen.
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Neben dem Projekt „Gemeindeamt neu“ befasst sich die ÖVP in der Aussendung unter anderem auch mit dem Plan des Ortschefs, in der Alten Post ein Kaffeehaus einzurichten. Weil die Gemeinde dazu Räumlichkeiten von der Siedlungsgenossenschaft SGN anmieten muss, werfen Bramböck und Pinkl die Frage „Was läuft in Grünbach mit der SGN?“ auf. Seit Peter Steinwenders Amtsantritt als Bürgermeister würden „sämtliche Bauprojekte in Grünbach“ in Zusammenhang mit der SGN stehen. Die Conclusio der beiden Gemeinderäte: „Wir sehen den Ausverkauf an eine einzige Gesellschaft mit größter Sorge!“

Was den Ortschef ärgert: Die ÖVP skandalisiere „ein für Grünbach wichtiges Projekt“, wie er sagt: „Auch in den letzten Jahren wurde von der ÖVP gegen alle meine Projekte Stimmung gemacht.“ Die SGN ist für Steinwender ein „verlässlicher Partner“, wie er sagt: „Niemand hat sich über das Billa-Projekt gewagt, die SGN ist immer auf die Anliegen der Gemeinde eingegangen.“ Die Ausführungen der ÖVP wertet Steinwender als „hetzerisches Vorgehen“: „Ich muss ehrlich sagen, dass ich über die Inkompetenz der ÖVP-Vertreter erschüttert bin!“

SGN: „Beteiligen uns nicht an Diskussion!“

ÖVP-Fraktionsobmann Martin Bramböck und Kollege Andreas Pinkl können der Kritik des Ortschefs gar nichts abgewinnen: „Ehrliche Kommunikation des Bürgermeisters wäre für Grünbach besser als beleidigte Reaktionen. Peter Steinwender muss endlich zusammenarbeiten und ,seine‘ Projekte zu Projekten des gesamten Gemeinderates und der Bevölkerung machen“, betonen die beiden in einer schriftlichen Stellungnahme. Die „stetigen Alleingänge“ würden nur Chaos verursachen, so die beiden: „Nur Zusammenarbeit bringt Grünbach in diesen schwierigen Zeiten weiter.“

SGN-Vorstandsobmann Martin Weber erklärt auf NÖN-Anfrage, sich nicht auf politische Diskussionen einlassen zu wollen. „Ob wir dort alleine bauen, entzieht sich meiner Kenntnis. Fakt ist, dass wir in vielen Gemeinden tätig sind, und das unabhängig der politischen Führung. Wir machen einfach unsere Arbeit!“