Krumbach , Thomasberg

Erstellt am 27. Oktober 2016, 05:26

von Philipp Grabner

Asylquartier-Pläne sorgen für Kritik. Krumbacher Ortspartei stellt sich gegen Unterkunft für Asylwerber. Laut Land NÖ ist ein Bezug derzeit ohnehin kein Thema.

Das umstrittene Objekt an der B55.  |  NOEN, ÖVP Krumbach

Direkt an der Bundesstraße B 55 zwischen Krumbach und Ponholz sei eine neue Flüchtlingsunterkunft geplant. Dies berichtet die Volkspartei Krumbach in einer Stellungnahme, die sie nicht nur der NÖN, sondern auch Gemeindebürgern per SMS zusandte.

Bürgermeister Josef Freiler und die ÖVP Krumbach äußern ihre Bedenken.  |  Grabner

Vor wenigen Tagen habe man erfahren, dass eine Unterkunft für maximal 24 Asylwerber geplant sei, heißt es in dem Schreiben: „Es kann nicht sein, dass irgendwelche Makler aus Geldgier daraus Profit auf Kosten unserer Bevölkerung schlagen!“ Die ÖVP Krumbach stelle sich gegen diese Unterkunft in dieser Form und führt unter anderem die Lage als Grund an: „Es gibt keinen Gehweg, keine Infrastruktur, sie (die Asylwerber, Anmerkung d. Red.) werden fast nur zu Fuß an der B 55 unterwegs sein!“

Fazit für die ÖVP Krumbach: Das Objekt sei für eine Unterbringung von Asylwerbern nicht geeignet. Man habe sich bereits solidarisch gezeigt und sei nicht grundsätzlich gegen Flüchtlinge: „Wir haben derzeit schon zwei Familien aufgenommen, und das ist überhaupt kein Problem“, so Krumbachs ÖVP-Bürgermeister Josef Freiler.

Unterkunft ist nur „Notunterkunft“

Eigentlich betroffen ist die Gemeinde Thomasberg – doch der Standort der geplanten Unterkunft liegt nur eineinhalb Kilometer vom Krumbacher Zentrum entfernt, weshalb die Orts-ÖVP befürchtet, Krumbach sei zum Großteil von der Unterkunft betroffen.

Thomasbergs Ortschef Engelbert Ringhofer bestätigt, dass es vor einigen Monaten eine Information seitens des Landes gegeben habe. „Wir haben damals schon unsere Bedenken geäußert, dass die Lage sehr ungünstig ist“, so der ÖVP-Ortschef. Es sei keine Bushaltestelle vorhanden und in dem Gebiet gelte Tempo 100, konkretisiert Ringhofer.

Auch für Bürgermeister Engelbert Ringhofer aus Thomasberg ist die Lage ungünstig.  |  Grabner

Seitens des Landes habe man allerdings mitgeteilt, dass die Unterkunft nur als „Notunterkunft“ gelte. „Falls wieder ein Ansturm kommt“, präzisiert Ringhofer weiter. Ob die Unterkunft tatsächlich nur als „Notlösung“ gedacht sei, wollte die NÖN Neunkirchen auch vom Büro des zuständigen Landesrats Maurice Androsch (SPÖ) wissen.

Pressereferent Anton Feilinger teilte der NÖN Neunkirchen schließlich Folgendes in schriftlicher Form mit: „Es ist, seitens des Landes, derzeit nicht geplant die von Ihnen erwähnte Unterkunft zu belegen. Dies ist im Übrigen ohnehin, aufgrund der sonstigen Überschreitung der vereinbarten Zwei-Prozent-Quote pro Gemeinde, nur mit Zustimmung des Bürgermeisters möglich.“