Pittener malt seit 20 Jahren am weltgrößten Gemälde. Martin Wedl malt bereits seit zwanzig Jahren an einem Gemälde. Mittlerweile ist das Kunstwerk 104 Meter lang.

Von Johannes Authried. Erstellt am 29. Juni 2020 (05:13)
Martin Wedl ist ein außergewöhnlicher Künstler. Seit zwei Jahrzehnten malt er bereits an einem Gemälde, das aus verschiedenen Bildern besteht.
Csaky

Der Künstler Martin Wedl ist auf dem Weg, das weltweit größte Gemälde zu schaffen. Vor 20 Jahren hat er begonnen, am Endlosbild zu malen – und ist sich sicher, dass das sein letztes Werk sein wird.

Wedl hat schon in den Jahren davor viel gemalt. Dann kam ihm die Idee, Tafeln in Menschengröße zu bemalen und nie wieder aufzuhören. Für den Beginn dieses neuartigen Projekts hat er den perfekten Zeitpunkt gewählt. „Zur Jahrtausendwende am 1. Jänner 2000 exakt um null Uhr habe ich mit der ersten Tafel des Endlosbildes begonnen.“ Seither sind viele Tafeln dazu gekommen. Teil für Teil wird in beiden Richtungen angehängt. Im Jahr entstehen an die 20 dieser Tafeln, 120 Bilder gibt es bereits. Er bezeichnet es als das letzte Gemälde, das nie fertig wird. Für viele Tafeln lässt sich der weitgereiste Künstler (Australien, Indonesien, Kalifornien, Mexiko, Portugal, Fiji, Costa Rica, Florida, Spanien) von eigenen Erlebnissen inspirieren. Oft erzählen die Tafeln eine Geschichte. Wichtig ist ihm, dass seine Bilder ausdrucksstark sind, wenn man sie aus einem großen Abstand betrachtet. „Aber auch wenn, man näher tritt, sollte man sich in den Details verlieren können“, so Wedl. Sein Credo: „Auf diesem endlosen Format herrscht pure Malerei, es gibt keinerlei Regeln.“ Auch stilistisch hat er keine Regeln. Es werden in Zukunft wohl noch unterschiedliche Stile kommen, aber zurzeit arbeitet er sehr expressiv, sehr spontan, sehr direkt. Vor jeder neuen Tafel wird eine Skizze angefertigt. Da kann es schon passieren, dass diese während des Malprozesses auch wieder verworfen wird. Nach seinem Leben, so plant er, wird ihn ein junger Künstler ablösen. „Stellen sie sich vor, sie befinden sich im Jahr 2200 – am Endlosbild malt die fünfte Malergeneration“, sinniert Wedl. Aktuell ist das Ölgemälde beeindruckende 104 Meter lang.

Sein Atelier befindet sich in Grimmenstein, Marktstraße 7, auf seinem Arbeitsplatz, wo er in der Firma Vollkraft seinen Brotberuf ausübt. Am Samstag, 19. September, 15 bis 21 Uhr, hat man Gelegenheit, die Endlostafeln in seinem Atelier zu besichtigen. Informationen unter: www.endlosbild.at