Ein „vielsaitiger“ Musiker aus Gloggnitz. Joachim Csaikl wollte schon mit sechs Jahren Gitarre lernen – und auf der Bühne stehen.

Von Johannes Authried. Erstellt am 21. September 2020 (03:33)
Joachim Csaikl.  
Authried

Vielsaitig – das ist Gitarrist, Sänger und Songwriter Joachim Csaikl wohl im wahrsten Sinne des Wortes. Wie kein anderer beherrscht er die zweihälsige Kontragitarre, etwa bekannt durch das Wienerlied.

Geboren wurde Joachim Csaikl 1972 in Zillingdorf, Bezirk Wiener Neustadt. Schon im Alter von sechs Jahren hatte er den Wunsch, das Gitarrenspiel zu erlernen und mit der Gitarre auf der Bühne zu stehen. Mit elf Jahren bekam er die ersten Gitarrenstunden. Auf die Frage seines Lehrers, ob er das Instrument ordentlich lernen wolle oder nur ein wenig „schrumm, schrumm“, antwortete seine Mutter: „Natürlich ordentlich.“ Somit wurde er mit der Ferdinando-Carulli-Gitarrenschule bekannt gemacht und in die Welt der Renaissance, des Barock und der Klassik eingeführt. Da diese Art von Musik aber privat nicht gehört wurde, war der Unterricht anfänglich von einem gewissen Widerwillen geprägt, denn der junge Csaikl wollte ja viel lieber „schrumm, schrumm“ spielen.

Da ein weltlicher Beruf für meinen Vater sehr wichtig war, konnte ich erst im Herbst 1991 mit dem Musik-Studium beginnen! Joachim Csaikl

So brachte sich Csaikl autodidaktisch Songs von den Beatles, Elvis, Cat Stevens, den Rolling Stones und den verschiedensten Interpreten aus den 50er-, 60er- und 70er-Jahren bei. Aber auch die klassische Musik schloss er zunehmend ins Herz. So übte er fleißig Stücke von Johann Sebastian Bach und klassische Gitarrenarrangements der Beatles und verbrachte viel Zeit damit, sich mit verschiedenen Musikstilen wie Blues, Jazz, Flamenco, Soul, Rock`n Roll oder Heavy Metall auseinanderzusetzen.

Mit 17 Jahren absolvierte er die Aufnahmeprüfung für klassische Gitarre am Hauer-Konservatorium in Wiener Neustadt und wurde – da er sich zu dieser Zeit noch in Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann befand – in die Vorbereitungsklasse aufgenommen. „Da ein weltlicher Beruf für meinen Vater sehr wichtig war, konnte ich erst im Herbst 1991, nach deren Abschluss, mit dem ordentlichen Musik-Studium beginnen“, erinnert sich Csaikl. Er entschied sich aufgrund seiner Vorbildung für die Studienrichtung „Klassische Gitarre IGP mit Schwerpunkt Jazz“.

Mit 19 Jahren begann er schließlich, regelmäßig aufzutreten. Seine „Saitensprünge“ verblüfften die Zuhörer – er spielte bei der Rockband „Paper in Fire“, mit der er 1997 eine CD veröffentlichte, trat als klassischer Sologitarrist auf und spielte Orchesterwerke, u. a. das Vivaldi D-Dur-Konzert. 1996 schloss der in Gloggnitz lebende Musiker das Studium klassische Gitarre IGP mit der Diplomprüfung ab. Nach dem Ende von „Paper in Fire“ widmete er sich mehr und mehr der akustischen Gitarrenmusik mit all seinen Facetten. Mit dem Trio „Duende“ spielte er spanische und lateinamerikanische Gitarrenmusik, mit „Salterina“ Worldmusic und Barockmusik. Der Musiker vertiefte sein Wissen bei Leo Brauneiss in Komposition und spielte Renaissance-Laute bei Christian Eichhorn. Im Herbst 2013 veröffentlichte Joachim Csaikl seine erste Solo-CD. joachim-csaikl.com