Kabarettistin Hofbauer: „Bin wieder am Anfang“. Die Kabarettistin und Teilzeit-Seebensteinerin Victoria „Guggi“ Hofbauer spricht über ihren Werdegang und die derzeitige Situation rund um die Corona-Krise.

Von Johannes Authried. Erstellt am 28. Februar 2021 (03:22)
Katarina Lind

Die Kabarettistin Guggi Hofbauer ist durch die Corona-Pandemie wieder dort, wo sie angefangen hat. „Ich musste wegen Corona wieder einen Teilzeitjob annehmen. Mein letzter Auftritt fand vor fünf Monaten statt“, bedauert die 34-Jährige, die wie viele ihrer Künstlerkollegen über die kulturelle Entwicklung nicht glücklich ist: „Das Wort Kultur wird von der Regierungsseite überhaupt nicht mehr erwähnt. Gerade noch die Gastroszene.“

Zurzeit verschiebt Hofbauer ihre Termine schon zum dritten, vierten und fünften Mal. Jetzt ist sie schon so weit, dass sie keine Termine mehr vereinbart und wartet den Zeitpunkt ab, an dem man sagt, es kann wieder gespielt werden.

Guggi Hofbauer ist seit Jänner 2018 freischaffende Künstlerin. „Von da an habe ich nur vom Kabarett und Moderieren gelebt. Finanziell halte ich mich in der Pandemiezeit mit Kolumnenschreiben in der ‚Ganzen Woche‘, durch Förderungen und durch ein paar Open-Air-Auftritte im Sommer über Wasser.“ Zur Not hat sie begonnen, auch online Kabarett zu machen, was noch zögerlich angenommen wird. Hofbauer ist auch kulturpolitisch engagiert und bei Demos dabei – aber immer im rechtlichen Rahmen. „Jetzt habe ich beschlossen, nicht mehr von der Regierung abhängig zu sein und habe seit kurzem einen Teilzeitjob angenommen. Es wird sicher noch lange dauern, bis sich der Kulturbereich erholen wird. Es blutet mir das Herz, das sagen zu müssen, aber realistisch betrachtet wird das so sein.“

Im bürgerlichen Namen heißt die vielseitige Künstlerin Victoria Hofbauer und wurde 1986 in Wien geboren. Ihre Urgroßtante in Warth vererbte das Haus ihrer Mutter, wo Guggi im Wochenendhaus den Großteil ihrer Jugend verbrachte. „Vor zehn Jahren kauften sich meine Eltern ein Haus in Seebenstein und ich bin dort, wenn ich Zeit habe, immer anzutreffen. Ich bin eine Teilzeit-Seebensteinerin“, schmunzelt Guggi Hofbauer.

Sie habe schon immer geschrieben, von klein auf. Viele Kurzgeschichten und Gedichte hat sie zuhause in Schubladen, die noch keiner gesehen beziehungsweise gelesen hat. Hofbauer hat Blockflöte sowie Klavier gelernt und viel getanzt. Sie studierte Theaterwissenschaft, nicht mit dem Ziel, auf die Bühne zu gehen – es interessierte sie das „Dahinter“.

Ein Bekannter von ihr begann 2009 Kabarett zu spielen, was sie interessant fand. „Ich war immer mit seiner Clique dabei und dachte, das kann ich auch. Ich habe dann ein paar Mal vor Verwandten und Freunden gespielt und diese Ambitionen sind dann bald eingeschlafen.“ Erst ein paar Jahre später gab ihr ein Freund den Tipp, beim Kabarett-Wettbewerb für Amateure in Wien mitzumachen und sie wurde auf Anhieb Zweite. „Von da an wusste ich, das will ich machen.“ Mit dem Klavier zu touren war ihr zu umständlich, daher begann sie, Gitarre zu lernen. Seit 2015 schreibt sie eigene Lieder. Dazu kam eine „Scheiß da nix“-Einstellung – und los ging es mit ihrer Kabarettkarriere.

Hofbauer spielte bei Geburtstagen, schrieb ein prämiertes Hochzeitskabarett und ist jetzt wieder dort, wo sie einst angefangen hat – beim Schreiben. „Zurzeit weiß ich leider nicht mehr, wie es ist, vor Publikum zu spielen. Mein aktuelles Programm ist ‚Planlos‘ (zu sehen am 7. Mai im Kulturkeller in Ternitz, Anm.). Ich arbeite bereits an einem neuen Programm, es hat aber noch keinen Titel. Es wird aber sicher nicht um Corona gehen. Ich schreibe sozialkritisch, über allgemeine Themen, wo sich die Leute darin wiederfinden.“ Damit nicht genug, Guggi Hofbauer hat angefangen, ein Buch zu schreiben – ein Buch über die Erlebnisse als Kabarettistin.

www.guggihofbauer.at