Puchbergerin liebt ihre „Quetsch’n“. Die Begeisterung zur Ziehharmonika brachte Marie-Theres Stickler einst zum Musizieren.

Von Johannes Authried. Erstellt am 11. Mai 2021 (02:34)
Marie-Theres Stickler bei ihrer großen Leidenschaft, dem Musizieren.
Josef Leitner, Josef Leitner

Ihre Musikkarriere begann einst, als Marie-Theres Stickler im Fernsehen einen Mann mit der „Quetsch’n“ sah. Da war sie gerade mal fünf Jahre alt – und es gefiel ihr, wie Hubert von Goisern sein Instrument „bearbeitete“. Ihre Mutter reagierte prompt – und besorgte für ihre Tochter eine übertragene Ziehharmonika.

Ihre ersten Lehrmeister fand Marie-Theres Stickler schließlich im Wirtshaus. Die Autodidaktin wurde 1988 in Neunkirchen geboren und wuchs in Puchberg am Schneeberg auf, der oftmals sogenannten Wiege der „Alpenländischen Dreistimmigkeit“. Das Jodeln sollte aber erst viel später ein zentraler Punkt in ihrem Leben werden. Es folgten Jahre mit vielen Musikveranstaltungen und Harmonikatreffen, sehr viele davon im Burgenland. Musikseminare, erste Ensembles, selbst erfolgreich absolvierte Harmonikawettbewerbe zählen zu den Referenzen der jungen Marie. Nach der Matura 2006 studierte sie sieben Jahre Instrumentalpädagogik „Volksmusikinstrumente“, Hauptfach „diatonische Harmonika“ am Mozarteum Salzburg. Kurz nach Beginn des Studiums kam der Einstieg ins Ensemble „Die Tanzgeiger“ in Wien/Burgenland.

Nach Puchberg und Salzburg kam Stickler nach Wien, wo sie lernte, wie eine Polka klingt. Aber auch anderes lernte die Ausnahmemusikerin. „Du darfst nicht für dich selbst spielen. Ich musste lernen, dass ich für die Leute spielen muss. Die Bühne des Wienerlied-Musikers ist der Tisch, an dem das Publikum sitzt – man singt sie an.“ Schließlich stieß Stickler zur Gruppe „Alma“, bei der im Chor gesungen und gejodelt wird.

Musikerin ist bei vielen Gruppen dabei

Neben „Alma“ gibt es noch weitere Gruppen, in denen die Puchbergerin mitmischt, etwa „Die Tanzgeiger“. „Ich kann mich in der Wiener Musik verwirklichen“, erzählt sie der NÖN – Stickler komponiert Stücke, um sich selbst zum Klingen zu bringen. Zahlreiche TV- und Rundfunkauftritte und Konzerte im Wiener Musikverein, im Wiener Konzerthaus, aber auch internationale Konzertreisen prägen ihren musikalischen Alltag. Aktuell in Wien und im Waldviertel (Rappottenstein bei Zwettl) lebend, ist sie neben ihrer regen Konzerttätigkeit auch als Harmonikalehrerin in der Musikschule Laxenburg-Biedermannsdorf tätig. „Abschalten“ kann Marie-Theres Stickler beim Bergsteigen, bei Skitouren – oder aber, wie könnte es anders sein, beim Besuch von diversen Konzerten...