Künstlerisches Tun als „Auftrag im Leben“. Christof Seisers Kunstwerke entstehen im Atelier „Bergluft“, der früheren Einser-Sessellift-Talstation.

Von Johannes Authried. Erstellt am 05. April 2021 (04:47)
Christof Seiser mit dem „1000-Hügel-Schach“.
privat, privat

Sein erstes Schnitzwerkzeug hat er einst von seinem Großvater Julius Seiser – er war unter anderem Kustos im Heimatmuseum Neunkirchen – bekommen. Da war er gerade einmal acht Jahre alt. Und nach der Liebe zum Schnitzen entdeckte Christof Seiser aus Mönichkirchen auch die Liebe zum Malen...

Im Alter von 23 Jahren besuchte der Allroundkünstler schließlich die Bildhauerschule in Elbigenalp (Tirol). Die Schule hatte er einst bei einer Exkursion kennengelernt. „Das war im Rahmen der Österreichischen Bundesschulskiwettkämpfe in Reute in Tirol. Die hat mich damals schon beeindruckt und ich besuche sie heute noch zu Themenkursen als Weiterbildung“, so der 1968 geborene Wiener.

„Ich sehe mein künstlerisches Schaffen als meinen Auftrag im Leben, angetrieben von einer inneren Notwendigkeit!“ Christof Seiser, Mönichkirchen.

Seisers Kunstwerke entstehen in der alten Einser-Sessellift-Talstation, die vor Jahren aufgelassen wurde und seit 2014 als Atelier „Bergluft“ genutzt wird. Im hohen Raum, in dem sich früher die Sessellift-Sessel befanden, sind nun die meterhohen Kunstobjekte zu sehen. Darunter sind Werke wie der „Engelsbrunnen“, der in Mönichkirchen beim Pfarrhof steht, oder „Der seiltanzende Bergmann“, der in Leoben bei der Murbrücke zu sehen ist, entstanden. Sein Arbeitsfluss, aus dem mittlerweile 936 Werke entstanden sind, ist ungebrochen: Figuren, Skulpturen, Reliefs, Rahmen, Masken, Köpfe, Portraits, Bilder, Zeichnungen, Texte, Aktionen und Videos gehen auf Christof Seiser zurück. „Ich sehe mein künstlerisches Schaffen als meinen Auftrag im Leben, angetrieben von einer inneren Notwendigkeit“, sagt der Mönichkirchner über sich selbst.

Seisers jüngstes Werk ist ein überdimensionales Schachspiel, das die Bucklige Welt repräsentieren soll. Das Schachbrett ist hügelig, nicht eben und hat auch Täler. Die Figuren werden deswegen in das Holz gesteckt.

lle Schachfiguren haben dabei einen Bezug zur Region: Zu finden ist etwa das Lichtenegger Windrad. An die 1.920 Arbeitsstunden hat der Holzschnitzer an dem Schachspiel bereits getüftelt. Das „1000-Hügel-Schach“ ist Seiser derzeit größtes Projekt – und noch immer nicht ganz fertig. Auch an dem dazugehörigen Buch arbeitet er noch. Eine zweiteilige Dokumentation findet sich auf der Videoplattform Youtube.

Aber nicht nur Holz ist Seisers Element, auch der Steinbildhauerei hat sich der Künstler verschrieben. Dabei hat er dem Vogel ein großes Werk in Stein gewidmet – nämlich das Felsrelief oberhalb der Mönichkirchner Schwaig mit dem Titel „Das Auge des Blumenvogels“. Zu diesem Naturfelsrelief hat Christof Seiser auch die gleichnamige Märchensage geschrieben. Laufend stellt er nachträglich Souvenir-Arbeiten zu diesem Werk her, welche auch jeweils mit der Märchensage in Schriftrollenform kombiniert sind.