Trotz Corona so viele Gäste wie nie zuvor. Der „Kultur.Sommer.Semmering“ konnte auch heuer einen neuen Besucherrekord verzeichnen. Über 120 Künstler traten auf.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 01. Oktober 2020 (05:12)
Ein Höhepunkt des heurigen Festivals am Semmering war der Auftritt von Schauspieler Friedrich von Thun, am Foto mit Pianist Florian Krumpöck.
Authried

Mit 12.200 verkauften Karten verzeichnete das „Kultur.Sommer.Semmering“-Festival einen Besucherrekord, der mit knapp 25 Prozent Publikumszuwachs weit über dem Rekordwert des Vorjahres liegt.

„Gerade in diesem speziellen Sommer hat sich gezeigt, wie sehr Kunst und Kultur als Lebenselixier und unabdingbare Kraftquelle wahrgenommen werden“, resümiert Pianist, Dirigent und Intendant Florian Krumpöck. „Dabei war insbesondere spürbar, wie bewusst und diszipliniert die vielerorts eingemahnte Eigenverantwortung von den Besuchern gelebt wurde, was zeigt, dass Überreglementierungen und unverhältnismäßige Einschränkungen zumindest im Bereich von Kulturveranstaltungen völlig fehl am Platz sind. Meiner Meinung nach müssen wir in nächster Zeit wohl lernen, mit dem Virus zu leben, statt auf eine neue Normalität zu hoffen.“

Mit insgesamt 64 Vorstellungen avancierte das Südbahnhotel einen Sommer lang neuerlich zum Anziehungspunkt für hochkarätige Künstlerpersönlichkeiten. Über 120 Künstler gaben sich im Südbahnhotel buchstäblich die Türklinke in die Hand. Neben beliebten Stammgästen wie beispielsweise Karl Markovics, Angelika Kirchschlager, Peter Simonischek, Elisabeth Leonskaja oder Fritz Karl waren erstmalig auch Cornelius Obonya, Corinna Harfouch oder Friedrich von Thun im pittoresken Höhenluftkurort zu erleben.

Mit Florian Krumpöcks „Pilgerfahrt zu Beethoven“ wurde ein eigener Zyklus dem Bonner Jubilar gewidmet. „Novellen aus der Welt von Gestern“ würdigten insbesondere das umfangreiche Werk von Stefan Zweig. Im historischen Jahrhundertwende-Ambiente konnte mit dem „Menu à la Belle Époque“ zudem köstlich diniert werden. Haubenkoch Leo Doci (Bevanda, Gloggnitz) sowie sein Kollege Gerald Jeitler versetzten die Besucher diesen Sommer im Anschluss an die Vorstellungen auf besonders virtuose Weise zurück in eine Ära, als den lukullischen Freuden im Südbahnhotel kaum Grenzen gesetzt waren.

„Im kommenden Jahr soll aufgrund des sensationellen Publikumserfolges die Vorstellungsanzahl ausgeweitet werden“, planen die Intendanten Nina Sengstschmid und Florian Krumpöck.