Wirbel um Rohbericht zu Reichenauer Festspielen. Rechnungshof stellt Festspielen kein gutes Zeugnis aus. Kritik an Intransparenz.

Von Michaela Fleck, Tanja Barta und Johannes Authried. Erstellt am 27. Januar 2021 (03:33)
Renate und Peter Loidolt
Dimo Dimov

Zum 22. Mal möchten Peter und Renate Loidolt im Sommer in eine neue Festspiel-Saison starten. Derzeit steht allerdings nicht das bereits veröffentlichte Programm für 2021 im Fokus. Ein Rohbericht des Rechnungshofes wirbelt rund um die Festspiele Reichenau derzeit viel Staub auf.

MSSA/shutterstock; NÖN-Gra k: Hammerl

Laut Bericht der Tageszeitung „Kurier“ nahm der Rechnungshof die Kulturförderungen in Wien, dem Burgenland und eben Niederösterreich genau unter die Lupe. In dem Rohbericht, der nicht öffentlich ist, ging man demnach auch auf die Festspiele Reichenau ein, deren Firmengeflecht zu intransparent sei. Der Rechnungshof habe dem Land deshalb geraten, an die Festspiele keine Förderungen mehr auszuschütten. Jene, die bereits getätigt wurden – 2017 waren es 462.000 Euro –, solle das Land auf Empfehlung des Rechnungshofes sogar weitestgehend zurückverlangen.

„Bericht betrifft ausschließlich Land!“

Auf den Rohbericht angesprochen, wollte sich Familie Loidolt nicht weiter dazu äußern. In einer schriftlichen Stellungnahme hält Peter Loidolt lediglich fest: „Der Rechnungshofbericht betrifft ausschließlich das Land.“ Zum Vorwurf der Firmenkonstruktion (siehe Grafik) oder auch der Zukunft der Festspiele wollte die Familie keine Auskunft geben.

Auch in der Kulturabteilung des Landes hält man sich mit einer Stellungnahme bedeckt. „Der Rechnungshof hat in einer Querschnittsprüfung alle Theaterbetriebe in Wien und Niederösterreich geprüft“, erklärt Hermann Dikowitsch, Kulturabteilungsleiter des Landes Niederösterreich. Das sei allerdings schon 2019/2020 gewesen und habe nicht nur Reichenau betroffen. Zum nun vorliegenden Rohbericht, der der Verschwiegenheit unterliegt, habe man seitens des Landes als Fördergeber eine Stellungnahme abgegeben. Der Abschlussbericht, der auch an den Nationalrat und die Landtage geht, ist „für Jänner oder Februar“ angekündigt.

„Kein Schaden für die Gemeinde“

Einen Image-Schaden für die Standortgemeinde der Festspiele sieht Reichenaus ÖVP-Bürgermeister Johann Döller wegen der derzeitigen Schlagzeilen nicht. „Unsere oberste Priorität ist es, dass die Festspiele weitergehen. Natürlich sind es schlechte Nachrichten, da es sich hier um Steuergeld handelt. Aber das ist eine Angelegenheit des Landes“, so Döller. Die Festspiele an sich wären für den Tourismus und die Betriebe unerlässlich.