Ternitzer Künstler hat seit Kindheit Herz für Kunst

Das Ehepaar Herbert Baszolich und Romy Eder lebt ganz und gar für die Kunst. Ausstellung im November.

Johannes Authried Erstellt am 21. September 2021 | 05:22
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Die Werke des Künstlerpaares Romy Eder und Herbert Baszolich sind am 4. November in Bad Fischau-Brunn zu sehen.
Foto: privat

Es war der Wunsch seiner Eltern, dass Herbert Baszolich den Baumschul-Betrieb in Mahrersdorf übernimmt. An diesen Gedanken verschwendete er allerdings keine Sekunde. Stattdessen entschied er sich für eine Karriere als Künstler – und das mit Erfolg. Heute, Jahre später, gehört Herbert „Chouli“ Baszolich, 1957 geboren, zu den erfolgreichsten Künstlern in Österreich. Kunst war schon in frühester Kindheit sein Rückzugsgebiet.

„Ich erlernte zwar das Handwerk der Baumschule, was mich aber nicht wirklich befriedigte. Die Buntstifte und Farben haben mich schon als Kind fasziniert“, erinnert sich Baszolich, für den Malen bedeutet, seine innere Welt nach außen zu bringen. Mit 22 Jahren zieht er nach Wien und beginnt an der Wiener Kunstschule, Malerei zu studieren. Es folgen zwei Jahre Grafik bei Max Melcher und von 1984 bis 1991 Malerei bei Rudolf Hausner und Arik Brauer an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er 1991 mit dem Magister abschließt. Zwischenzeitlich lebt er in Hamburg und Niedersachsen.

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Baszolich beschäftigt sich in seiner gegenständlichen Malerei mit Landschaft und Mythen aus vergangener Zeit oft in Verbindung mit dem Jetzt als Versatzstück. Seine Inspirationen und Motive, die in seiner spezifischen Acryl-Ölfarbenmischtechnik ausgeführt werden, holt er sich unter anderem bei Wanderungen und Hard-Rock-Konzerten. In seinen Werken wechselt sich akribischer realistischer Detailreichtum mit reduzierten, fast abstrakt anmutenden Bildelementen ab. Eine andere Technik, die er anwendet, ist die Strichätzradierung, die meist pointilistisch ausgeführt wird. Rudolf Hausner (1914 – 1995) schrieb 1992 in „Choulis“ Katalog: „In Wirklichkeit ging er nur bei sich und seinem Leben in die Schule und hat auf diese Weise ein absolut originelles Werk geschaffen.“

Ein Ehepaar, das sich der Kunst verschreibt

Seit 2014 lebt Baszolich mit seiner Frau Romy Eder in Hirtenberg. Sie hat sich ebenfalls der Kunst verschrieben. Beide arbeiten unabhängig voneinander in ihren eigenen Ateliers. Die Motive der gebürtigen Wienerin sind Flora und Fauna. „Ich beschäftige mich intensiv mit gegenständlichen floralen Kompositionen, vorwiegend mit Aquarellfarben“, so Eder. Es geht ihr nicht um die reine Abbildung, sondern um die bewusste Gestaltung und künstlerische Systematik. Ihre Ausbildung absolvierte sie an der HTL Spengergasse für Textildesign. Anschließend besuchte Eder die Wiener Kunstschule für Keramik und Bildhauerei.

Sehen kann man die beiden Künstler, die 2018 das Silberne Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich erhielten, am 4. November im Schloss Bad Fischau-Brunn, wo sie ihre Ausstellung „Realistische Bilderwelten“ präsentieren. Zu Jahresende bringt „Chouli“ Baszolich seinen 30. Kunstkalender „Mythische Landschaften 1990-2020“ heraus.