Warth

Erstellt am 18. Januar 2017, 12:31

von NÖN Leserreporter

Stallpflicht gilt auch für Warther Freilandhühner. Von der seit dem 10. Jänner geltenden dreimonatigen Stallpflicht wegen der Vogelgrippe sind alle kommerziellen wie auch privaten Geflügelhalter betroffen.

Derzeit müssen die Schulhühner noch im Stall bleiben. Die Personen v. l.: Lukas Schwarz, Fachlehrer Jakob Füssl und Sophie Werfrin  |  Jürgen Mück

So gilt auch für die rund 50 Hühner der Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) Warth ein Ausgehverbot. „Aufgrund der kalten Witterung bleibt das Federvieh gerne im Stall, daher haben wir derzeit keine Probleme mit der Stallpflicht.

Über kurz oder lang wird uns aber eine Überdachung des gesamten Auslaufgeheges nicht erspart bleiben, denn für eine artgerechte Haltung benötigen die Hühner viel Platz und Bewegung“, betont Fachlehrer Jakob Füssl, BEd. „Mit den Schülern werden wir daher schon in den nächsten Tagen über einen Teil des Geheges ein Dach errichten. Somit sind dann die Schulhühner auch im Freien vor einem Kontakt zu Wildvögeln, die das Vogelgrippevirus übertragen können, geschützt“, so Füssl.

Die Ansteckung mit dem Vogelgrippevirus A(H5N8) erfolgt vor allem von Tier zu Tier, aber auch über deren Kot. Deshalb sind Geflügelhalter verpflichtet, mögliche Kontakte zu Wildvögeln zu unterbinden - entweder, indem sie ihre Tiere ganz im Stall lassen oder in einem eingezäunten, überdachten Freigehege. Auch für die Tränkung der Tiere gelten strenge Richtlinien: Da Wasser aus Bächen, Seen oder Tonnen ebenfalls mit dem Kot von Wildvögeln verunreinigt sein könnte, darf es nicht mehr verwendet werden. Von der Stallpflicht sind in Österreich rund 6,5 Millionen Legehennen betroffen.

In den vergangenen Monaten wurden in Europa insgesamt knapp 400 Fälle bei Hausgeflügel und 350 Fälle bei Wildgeflügel behördlich festgestellt. Da inzwischen fast alle EU-Mitgliedsstaaten von dem erstmals 2014 nachgewiesenen Virustyp betroffen sind, ist die Ansteckungsgefahr sehr groß. In Österreich ist bei Haustieren aktuell nur ein einziger Fall aufgetreten – und zwar in einem mitterlweile wieder grippefreien Truthanbetrieb in Vorarlberg. Ansonst waren nur Wildvögel die Opfer des Virus. Bis dato sind weltweit keine Erkrankungsfälle von Menschen durch Vogelgrippeviren bekannt geworden, daher handelt es sich ausschließlich um eine Tierseuche.