Ein Bauhof für Willendorf. Zeiten ohne eine Basis für Gemeindearbeiter gehören demnächst der Vergangenheit an.

Von Clemens Thavonat. Erstellt am 18. Juni 2019 (06:30)
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Johannes Gerhartl übergibt Ortschef Hannes Bauer (li.) den Schlüssel zur Liegenschaft.

Willendorf hat als wohl einzige Gemeinde der Region keinen eigenen Bauhof. Die diversen Fahrzeuge und Geräte stehen privat bei Gemeindebediensteten oder in Feuerwehrhäusern.

Die Notwendigkeit eines eigenen Bauhofs ist seit rund zwölf Jahren mehr als deutlich. „Eine, nach unserem Empfinden ideal geeignete, bereits bestehende Liegenschaft in Form der Spenglerei Gerhartl mitten im Ortszentrum war aber nicht zu haben. Andere räumliche Lösungen wurden diskutiert, aber hintangestellt, da wir keine Entscheidung treffen wollten, von der wir nicht zu hundert Prozent überzeugt gewesen wären“, erklärt ÖVP-Bürgermeister Hannes Bauer dazu.

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Eine Luftaufnahme der Liegenschaft, die zum neuen Bauhof wird.

Nun hat sich die Gemeinde mit Johannes Gerhartl auf einen Kauf des Spenglereibetriebes geeinigt, wobei Gerhartl auf einer Teilfläche Mieter bleibt und seinen Betrieb bis zur Pensionierung weiterführen wird. Der vereinbarte Kaufpreis, den die Gemeinde Willendorf über eine Darlehensaufnahme aufbringen wird, beträgt 300.000 Euro.

„Die Lage und Ausstattung der 4.200 Quadratmeter großen Liegenschaft sind für uns aus mehreren Gründen ideal“, verdeutlicht Bauer. „Es gibt Hallen und beheizte Garagen, wohin wir sofort übersiedeln können. Durch die Mieteinnahmen von Gerhartl und einer dort bestehenden Mietwohnung, können wir rund die Hälfte der Kreditrate decken.“

„Alleine die Möglichkeit einer Erweiterung des Kindergartens ist – salopp ausgedrückt – unbezahlbar"Ortschef Hannes Bauer

Zumindest genauso wichtig wie die Eignung als Bauhof, ist die strategische Bedeutung des Ankaufs für den Ort. Die Gerhartl-Liegenschaft grenzt an mehrere gemeindeeigene Objekte: Den Kindergarten, die Tagesbetreuungseinrichtung, das Weiser-Haus (Frisörsalon), das Postverteilerzentrum und den neuen Hauptplatz. Sollten sich in naher oder ferner Zukunft Notwendigkeiten, wie der Bau einer zweiten Kindergartengruppe, eine Erweiterung des Postverteilerzentrums, die Verlegung des Postamts zwecks Barrierefreiheit oder der Anschluss der Gemeindegebäude an die groß dimensionierte Hackschnitzelheizung, ergeben, sind zukünftige Generationen somit gut gerüstet.

„Alleine die Möglichkeit einer Erweiterung des Kindergartens ist – salopp ausgedrückt – unbezahlbar. Wir sind fest überzeugt, dass dieser Ankauf nicht nur für die beiden Vertragspartner eine einmalige Chance war, sondern für die kommende Entwicklung der Infrastruktur von ganz entscheidender Bedeutung sein kann“, so der Ortschef. Nach der erfolgreichen Vertragsunterzeichnung überreichte Johannes Gerhartl Ortschef Hannes Bauer symbolisch die Schlüssel.