Ternitzer Griechenwirt sorgt mit Videos weiter für Gesprächsstoff

Bei Lockdown-Kontrolle war alles in Ordnung. Wirbel um Aussagen in Videobotschaften.

Erstellt am 01. Dezember 2021 | 13:03
Lesezeit: 3 Min
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Ioannis Palaiologaros fühlt sich von den Behörden und vom System verfolgt.
Foto: NÖN

Weiterhin für Gesprächsstoff sorgt Lockdown-Kritiker und Griechenwirt Ioannis Palaiologaros: In seinen täglichen Facebook-Ansprachen nimmt er neben den Medien, der Politik, der Polizei und der Bezirkshauptmannschaft nun auch SPÖ-Bürgermeister Rupert Dworak ins Visier.

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Wirt Ioannis Palaiologaros übertrug den Behördenbesuch live ins Internet.
Foto: Screenshot: Facebook/NÖN

Zudem kam es in der Vorwoche zu einer Spontanversammlung von Unterstützern vor seinem Lokal und zu einem Behördeneinsatz in seinem Restaurant am Freitag, das er laut seinen eigenen Angaben aktuell aber stillgelegt habe. Er koche lediglich ab und zu die gekaufte Ware weg und verschenke sie oder gebe diese gegen eine Spende her.

„Sie wollten mein Lokal schließen, aber ich habe vorher das Gewerbe ruhend gemeldet, und was nicht offen ist, kann man auch nicht schließen!“, erklärte er in einer seiner Botschaften.

40 bis 50 Menschen waren es dann auch, die seinem Aufruf um Unterstützung in der Vorwoche folgten. Das Geschehen übertrug der streitbare Wirt natürlich auf seiner Facebookseite mit der Kamera live. Dabei führte er eine dicke Lippe, meinte etwa, dass Bürgermeister Rupert Dworak nach seiner Politkarriere bei ihm als Putzkraft oder in der Küche beginnen könne.

Auch sonst gab er sich unter dem Applaus seiner Anhänger kampfeslustig: So sagte er, dass er keinen Cent mehr in das System einzahlen werde und keine Angst vor einer Verhaftung habe, da er seit zwei Jahren eingesperrt sei. Kurz vor 18 Uhr wurde die Versammlung aufgelöst und das Geschehen verlagerte sich unter „Widerstand-Rufen“ ins Haus.

Bei Behördenbesuch war alles in Ordnung

Am Freitag standen sich dann gegenseitig mit Kameras „bewaffnet“ der streitbare Wirt und die Vertreter der Behörde und Polizei gegenüber.

Nachdem der Gastronom über den Grund des Besuchs aufgeklärt worden war und er die Ausweise der Polizisten kontrolliert hatte, wurden die Mitarbeiter ins Lokal gebeten. Dort befanden sich aber weder Gäste, noch wurde gekocht oder konnten Beanstandungen entdeckt werden. Wir hatten aktuell berichtet:

Nach einigen Minuten war die Amtshandlung ohne Konfrontation beendet. Griechenwirt Ioannis Palaiologaros, der alles live auf seinem Facebookkanal übertrug, genehmigte sich ein Nuss-Schnapserl, um ein wenig runterzukommen, wie er in die Kamera sagte. Und er freue sich auf weitere Kontrollen: „Sie werden nicht aufhören, Fehler bei mir zu suchen, aber ich bin fehlerfrei!“

„Er hat bei uns gesoffen wie ein Krokodil und ist dann mit dem Auto weggefahren!“In einem seiner Videos attackiert Palaiologaros auch Stadtchef Rupert Dworak

Ruhe ist deshalb aber noch lange nicht eingekehrt. So bezichtigte er in einem seiner Videos, die er folgen ließ, Stadtchef Dworak der Trunkenheit am Steuer: „Er hat bei uns gesoffen wie ein Krokodil und ist dann mit dem Auto weggefahren!“

Ein Vorwurf, der von Dworak nur milde belächelt wird: „Da ich im Jahr beruflich 120.000 Kilometer unterwegs bin, weiß fast jeder, dass ich zum Glück einen Chauffeur habe und nicht selbst fahren muss. Meine Termine sind alle nachvollziehbar. Ich finde es nur seltsam, dass mich jemand zur Eröffnung seines Lokals bittet und mir dann vorwirft, dass ich ein, zwei Spritzer getrunken habe.“

Die verbalen Rundumschläge nehme er mittlerweile nicht mehr ernst: „Ich habe ihm nur einen guten Ratschlag gegeben. Entweder man nimmt ihn an oder nicht. Somit ist das für mich erledigt.“

Auch bei der Bezirkshauptmannschaft hat man mit dem Verhalten des Gastronomen wenig Freude: „Durch Aktionismus die ohnehin schon aufgeheizte Stimmung anzuheizen, entbehrt jedoch jeglicher Vernunft. Es ist klar, dass, wer solche Aktionen setzt, anderen und auch sich selbst schadet“, so Bezirkshauptfrau Alexandra Grabner-Fritz.

Gleichzeitig hält sie fest, dass die Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen weiterhin in Zusammenarbeit mit der Exekutive auf Basis der österreichischen Rechtsordnung agieren, Strafverfahren führen und gegen jegliche Form der Übertretungen einschreiten werde. „Zu laufenden Verfahren kann allerdings keine Auskunft erteilt werden!“

„Ich war immer ein guter Soldat“

Ioannis Palaiologaros selbst gibt sich weiter angriffslustig: „Ich habe kein Lokal mehr und das ist jetzt mein Wohnzimmer. Die Polizei hat kein Recht mehr, ohne Durchsuchungsbefehl einzutreten. Aber wenn ich gut drauf bin, lasse ich sie rein. Aber nur, wenn sie sich vorher die Schuhe ausziehen.“

Und: „Die haben uns den Krieg angesagt, aber ich war immer ein guter Soldat!“