Millimeterarbeit am Tatort. Der Ort des tödlichen Polizeieinsatzes in der Nacht von Donnerstag auf Freitag liegt mitten im Einfahrtsgebiet von Neunkirchen, direkt an der B17, gegenüber des Gartencenter Konrath.

Von Christian Feigl. Erstellt am 04. Juli 2014 (10:47)
NOEN, Christian Feigl

Dutzende Beamte waren am Freitagmorgen mit der Vermessung des Schauplatzes der tödlichen Schüsse beim Festnahmeversuch in Neunkirchen beschäftigt, sogar ein Hubschrauber des Innenministeriums stand deshalb im Einsatz.



Es sind gespenstische Bilder, die zu sehen sind. Ein riesiger Autopulk von Polizeifahrzeugen, an deren Spitze ein Zivilfahrzeug der Einsatzkräfte steht, dicht dahinter der Ford Focus des Täters mit einem WB-Kennzeichen, der praktisch auf drei Seiten mit Polizeifahrzeugen eingekeilt ist.



Das Fenster auf der Fahrerseite des Ford ist offen, genauso die Beifahrertür, die praktisch der letzte Fluchtweg für den Täter war. Im Wageninneren am Beifahrersitz eine Jacke und zwei Dosen Energydrinks, das Auto macht insgesamt einen sauberen Eindruck.

Durch die Beifahrertür soll der 21-Jährige nach mehreren vergeblichen Aufforderungen, die Pistole niederzulegen, mit gezückter Waffe gesprungen sein. Als er damit direkt auf die Beamten zielte, gaben diese Schüsse ab.

Sogar Flugaufnahmen mit dem Hubschrauber

"Wie viele das waren und wer geschossen hat, ist noch Gegenstand der Ermittlungen", informiert Johann Baumschlager, Pressesprecher der Niederösterreichischen Kriminalabteilung. Fest steht bis dato, dass mehrere Schüsse abgegeben wurden, auch ein daneben parkendes Fahrzeug wurde getroffen. Laut Baumschlager sei eine Straßenbeleuchtung vorhanden gewesen.

In stundenlanger Klein- und Millimeterarbeit wurde der Tatort von einer eigens vom Innenministerium eingerichteten Gruppe vermessen. Sogar mit dem Hubschrauber wurden Flugaufnahmen gemacht.

Jene Beamten, die bei der Schussabgabe aktiv waren, haben psychologische Hilfe in Anspruch genommen.