Ingo Rigler ist „Michelangelo“ von Neunkirchen

Ingo Rigler machte sich als Restaurator und Maler von Schützenscheiben einen Namen.

Johannes Authried Erstellt am 09. Oktober 2021 | 05:52
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Eine der Leidenschaften von Ingo Rigler ist das Bemalen von Schützenscheiben.
Foto: Johannes Authried

Der 1945 in Ternitz geborene und in Neunkirchen lebende Maler Ingo Rigler ist einer der bekanntesten Künstler Niederösterreichs.

Für ÖVP-Bürgermeister Herbert Osterbauer ist Ingo Rigler „Neunkirchens Michelangelo“. Er ist Autodidakt und hat sich zeichnerisch selbst viel weitergebildet. Schon als Jugendlicher fiel er im Zeichenunterricht auf. So richtig zum Zeichnen begann Rigler 1970, als er aus Mittersill, wo er seine Frau Maria kennenlernte, zurückkam.

Im Laufe der Jahre spezialisierte er sich auf das Malen von Schützenscheiben. An die zehn Schützenscheiben malt Rigler im Schnitt im Jahr. Darunter auch eine für den Kommandanten der Schweizer Garde in Rom, die ihm Rigler persönlich übergeben durfte. Auch als Restaurator hat er sich einen Namen gemacht. Die Fresken in der Sparkasse Neunkirchen, die zwei Medaillons bei der Romantica-Passage und am Brauhaus am Hauptplatz tragen seine Handschrift. Die Arbeit mit Holz ist dem Künstler auch nicht fremd. Die Holzstatue des Heiligen Nepomuk bei der Kreuzung in der Postgasse wurde von ihm rundum revitalisiert.

Interesse auch an Burgen und Schriften

Gerne schmökert Rigler in den alten Büchern seines Vaters, Baumeister Johann Rigler – hier interessieren ihn besonders die Burgen und Schriften. „Die Frakturschrift ist mir schon in Fleisch und Blut übergegangen. Mehr als drei Schriftarten kann ich nicht. Für mich ist die gotische Schrift die Schwierigste, weil ich die nur selten schreibe“, so Rigler zur NÖN.

Bei seinen Arbeiten geht es ihm nicht ums Geld verdienen. Wenn Vereine, Feuerwehren, die Faschingsgilde Neunkirchen oder karikative Institutionen etwas von ihm benötigen, hilft der Hobbymaler jederzeit aus. Er mache das gerne, wie er der NÖN Neunkirchen erzählt, da habe er in der Pension auch etwas Sinnvolles zu tun. Die Ausstellungstätigkeit hat der vielseitige Künstler mittlerweile aufgegeben. Zurzeit arbeitet er – wie könnte es anders sein – an einer Schützenscheibe für eine Mödlinger Jagdgesellschaft.

Für seine Kunst, sein Engagement und sein Lebenswerk wurde Ingo Rigler erst kürzlich mit dem Ehrenring der Stadt Neunkirchen ausgezeichnet.