Lokalaugenschein im Semmeringbasistunnel. Die NÖN war bei den Arbeiten an einem der teuersten Projekte des Landes unter Tag mit dabei. Hier die Eindrücke.

Von Gerhard Brandtner. Erstellt am 28. November 2017 (04:00)
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Die Österreichischen Bundesbahnen gaben einen Einblick in die Baustelle Göstritz (Gemeinde Schottwien).

Es ist ein spektakuläres Stollen- und Schachtsystem tief im Berg und ein Paradebeispiel für die österreichische Ingenieurskunst. Die Rede ist vom Zwischenangriff Göstritz für den Semmering-Basistunnel.

"Voll im Zeit- und Kostenplan“

Am vergangenen Donnerstag luden die Österreichischen Bundesbahnen zu einem Lokalaugenschein ein. Bevor es jedoch in den Berg ging, informierte Projektleiter Gerhard Gobiet über den aktuellen Stand der Dinge. „Wir sind voll im Zeit- und Kostenplan“, so der Herr über den Semmeringbasistunnel nicht ohne Stolz und weiter: „Von Gloggnitz aus ist man rund 2.300 Meter im Berg. Der Vortrieb im Baulos von Gloggnitz ist bereits zur Hälfte fertig“.

Beim Zwischenangriff Göstritz haben sich die Mineure rund 1.000 Meter in den Berg gearbeitet. Auf zwei Ebenen wurden riesige Kavernen errichtet, um die Aufzüge einbauen zu können. Gobiet: „Zur Zeit laufen die Montagearbeiten für die Lifte. Auch die Vorschächte sind fertig“. Dann werden sich die Experten rund 250 Meter in die Tiefe graben. „2018 wird mit dem Abtäufen begonnen“ führt Gerhard Gobiet aus. Die Arbeiten, die Löcher in die Tiefe werden gesprengt, werden rund 200 Tage dauern.

Hat noch keine Pannen gegeben

Dabei setzt man auch auf die Erkenntnisse, die im Fröschnitzgraben gemacht worden sind. Dort ging es ja rund 450 Meter in die Tiefe. Im Fröschnitzgraben werden im nächsten Jahr auch zwei in Frankreich erbaute Tunnelbohrmaschinen eingesetzt. In Göstritz wird planmäßig 2019 mit dem Bau der Tunnelröhren begonnen. Gobiet zollte bei der Präsentation auch den Geologen Respekt: „Es ist nichts Unerwartetes passiert“, so der Projektleiter und weiter:

„Es läuft alles nach Plan. Es ist herausfordernd, aber wir sind auf alles vorbereitet“. Auf die Baustelle bei Göstritz hat man von einem Infoturm einen beeindruckenden Blick. „In den beiden Besucherboxen in Gloggnitz und Mürzzuschlag haben wir pro Jahr rund 22.000 Besucher“ konnte Pressesprecher Christopher Seif berichten.