Nach Jobabbau: "Sozialplan-Entwurf völlig inakzeptabel". Nach der überraschenden Ankündigung der Schließung eines Teilbereich der Kartonfabrik Mayr Melnhof in Hirschwang und dem damit verbundenen Verlust von 130 Arbeitsplätzen hat sich die Produktionsgewerkschaft (PRO-GE) am Dienstag mit scharfen Worten an das Unternehmen gewandt.

Von Christian Feigl. Erstellt am 08. September 2020 (19:10)
PRO-GE Regionalsekretär Johannes Steiner kündigt harte Verhandlungen an.
Steiner

,,Jener Sozialplanentwurf, der dem Betriebsrat übergeben wurde, ist völlig unakzeptabel", erklärt PRO-GE Regionalsekretär Johannes Steiner nach einem Treffen mit Betriebsrat Wolfgang Reiter am Dienstagabend gegenüber der NÖN.

Der Schock sei noch immer riesengroß bei den Mitarbeitern, zumal zuletzt gute Ergebnisse erzielt worden sein sollen. ,,Die Hiobsbotschaft kam aus dem Nichts. Es war ein Wahnsinn, was sich da abgespielt hat, da arbeiten ja ganze Generationen dort. Mann und Ehefrau, Vater und Sohn, für die bricht alle eine Welt zusammen, denn für sie ist es  sicher nicht einfach, in dieser Region eine Arbeit zu finden", beschreibt Steiner die Stimmung in der Belegschaft.

In den kommenden Tagen wird Betriebsrat Reiter seine Kollegen mit einem Fragebogen konfrontieren. ,,Dabei wollen wir die Probleme und Absichten für einen Sozialplan herausfinden, der diesen Namen auch verträgt. Denn eines ist sicher: Abspeisen lassen wir uns nicht!", kündigt Steiner harte Verhandlungen an. Mit diesen Ergebnissen aus den Umfragen werde den Eigentümervertretern dann eine Verhandlungsgrundlage vorgelegt.

In einer eigenen Betriebsversammlung sollen die Mitarbeiter demnächst über den aktuellen Stand informiert werden.