Grüne befürchten "Massivausbau" nach Parkplatzprojekt. Grüne-Landessprecherin Helga Krismer befürchtet einen Ausbau des Skigebietes in Mönichkirchen und kündigt entsprechende Anfragen an ÖVP-Regierungsmitglieder in NÖ an. ÖVP-Bezirksparteichef Hermann Hauer: "Ein Ausbau ist nicht geplant!"

Von Philipp Grabner. Erstellt am 07. September 2019 (12:19)
Dusek
Grüne NÖ-Landessprecherin und Landtagsabgeordnete Helga Krismer.

Neben der Bürgerinitiative „Unser Mönichkirchen“ hatten sich auch die Grünen Niederösterreich und deren Landessprecherin Helga Krismer vehement gegen das Projekt in Mönichkirchen ausgesprochen. Wie berichtet, werden dort zusätzliche Parkmöglichkeiten geschaffen - wofür Bäume fallen müssen. Der Kampf „für den Erhalt eines 1,2 Hektar großen Waldstückes“ sei nun endgültig verloren, heißt es in einer Aussendung der Partei.

Obwohl in Zeiten der Klimakatastrophe ein gesunder Wald und Boden höchsten Stellenwert haben sollten, schreiben die Grünen weiter, hätte das Land dem Wunsch der Betreibergesellschaft nachgegeben und den zusätzlichen Parkplatz bewilligt. Krismer sorgt sich um einen „Riesenausbau des Ski- und Sommererlebnisgebietes“, wie sie schreibt:

„„Droht jetzt wirklich ein massiver Ausbau des Ski- und Sommererlebnisgebietes Mönichkirchen-Mariensee? Warum war überhaupt eine klimaverträglichere und kostengünstigere Variante kein Thema? Wenn die Gerüchte stimmen, würden der Luftkurort Mönichkirchen und die gesamte Region ihren Charakter verlieren. Die Naturzerstörung und die Beeinträchtigungen des angrenzenden Natura 2000 Gebietes fielen dem weiteren schnellen Profit zum Opfer. Dies gilt es zu verhindern und rechtzeitig davon informiert zu sein.“  

Hauer: "Getroffene Lösung ist gut durchdacht!"

Sie stelle daher entsprechende Anfragen an Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Tourismuslandesrätin Petra Bohuslav (beide ÖVP) über die weiteren Pläne und fordere „rasche Aufklärung“ – auch darüber, ob „vielleicht ein weiterer Wald vor der Rodung steht“, wie sie in der Aussendung schreibt.

Grabner
ÖVP-Bezirksparteiobmann und Landtagsabgeordneter Hermann Hauer.

Für ÖVP-Bezirksparteiobmann Hermann Hauer „keine konstruktive Politik“, wie der Landtagsabgeordnete gegenüber NÖN.at erklärt: „Eine Anfrage zu stellen, ist natürlich legitim und es wird auch eine entsprechende Antwort darauf geben. Aber von einem Ausbau ist keine Rede und es ist nicht in Ordnung, das zu behaupten“, so Hauer.

Er halte die getroffene Lösung für eine sehr gute, wie er sagt: „Weil es dazu beiträgt, den Ort zu entlasten – und in weiterer Folge wird wohl auch die Umwelt geschont, weil die Autos dann nicht mehr 17 Runden durch den Ort fahren“, so der Abgeordnete. Auch sei es wichtig, sicherzustellen, dass Einsatzfahrzeuge jederzeit vorankommen könnten, so Hauer weiter. 

Seitens der Wirtschaftsagentur Eco-Plus und der NÖ Bergbahnen Beteiligungsgesellschaft wurde ein Ausbau übrigens – die NÖN und NÖN.at berichteten bereits mehrmals – stets dementiert. Das sei absolut nicht geplant, hieß es.

Auch wurden, wie seitens der Verantwortlichen mehrmals betont wurde, andere Varianten geprüft. Die nun beschlossene sei aber die beste Lösung.