Nach Jobkahlschlag Verärgerung bei Standortgemeinde. Nach der überraschenden Ankündigung der Firma Mayr-Melnhof, einen Teilbereich der Kartonfabrik Hirschwang zu schließen und dem damit verbundenen Wegfall von 130 Arbeitsplätzen, ist der Aufschrei der Politik und in der Region groß. Der Tenor: Es müsse alles getan werden, um den betroffenen Mitarbeitern zu helfen. Im Ort selbst ist die Verärgerung groß, es habe keine Informationen im Vorfeld seitens des Unternehmens gegeben.

Von Christian Feigl, Philipp Grabner und Tanja Barta. Update am 07. September 2020 (13:28)
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,,Weder die Gemeinde, noch der Bürgermeister, noch ich als Vizebürgermeister, wurden vorab von dem Unternehmen informiert. Wir sind genauso überrascht wie alle anderen. Ich hätte mir erwartet, dass wir als Standortgemeinde vorab über einen solchen Schritt informiert werden. Es ist für uns alle eine mittelschwere Katastrophe, sowohl für die Beschäftigten, als auch für die Gemeinde. Uns werden sicher einige hunderttausend Euro an Kommunalsteuer fehlen, und das in einer sowieso schon sehr herausfordernden Zeit!“, geht ÖVP Vizebürgermeister Michael Sillar mit den Verantwortlichen hart ins Gericht.

Auch für SPÖ-Landtagsabgeordneten Christian Samwald kam die Botschaft wie aus heiterem Himmel: ,,Die Schließung des Betriebes ist ein schwerer Schlag für den Arbeitsstandort im Bezirk Neunkirchen. Auch wenn man von Betreiberseite die in die Jahre gekommenen Produktionsmaschinen als Grund für die Schließung nennt, kann man daraus schließen, dass die Folgen der Pandemie und der damit einhergehenden Krise auch vor internationalen Unternehmen nicht Halt macht. Dies zeigt auch eindeutig, dass die Maßnahmen der Bundesregierung nicht reichen, um den Wirtschaftsstandort Österreich abzusichern.  Es ist furchtbar, wie viele Existenzen von der Schließung betroffen sind. Es gilt nun umgehend einen Sozialplan für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umzusetzen."

Hilfe verspricht das Land: „Die Einstellung der Kartonproduktion der Papierfabrik Mayr-Melnhof in Hirschwang ist eine äußerst schlechte Nachricht für den Wirtschaftsstandort Niederösterreich“, so ÖVP-Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger und ÖVP-Arbeitsmarkt-Landesrat Martin Eichtinger in einer ersten Reaktion. ,,Jetzt ist es wichtig, rasch zu helfen. Daher haben wir unverzüglich mit dem Eigentümer Kontakt aufgenommen. Wir stehen bereit, um die 150 Arbeitnehmerinnen und Arbeiter aus der Region zu unterstützen. Gespräche über einen Sozialplan sind laut Firmenleitung bereits angelaufen!“

FPÖ-Landtagsabgeordneter Jürgen Handler gegenüber NÖN.at: "Das Coronavirus sorgt europaweit für vorübergehende Firmenschließungen, Produktionsstopps und Kurzarbeit. Neben dem Schutz der Gesundheit unserer Bevölkerung ist auch der Erhalt der Arbeitsplätze von entscheidender Bedeutung und die bevorstehende Schließung des größten Arbeitgebers in Reichenau ist dramatisch. Es müssen seitens des Landes dringend Gespräche geführt werden um den Betrieb und die Arbeitsplätze zu halten!"

Auch für ÖVP-Landtagsabgeordneten Hermann Hauer kam das Ende wie aus dem Nichts: „Die Nachricht kam für mich völlig überraschend und  ist eine entsetzliche Nachricht für unsere Region! Leider gab es seitens der Betreiberseite keinerlei  Informationen über die Einstellung der Produktion auf der Kartonmaschine und den damit verbundenen Schritt!

Jetzt gilt es rasch und so schnell wie möglich gemeinsam die  Arbeitnehmerinnen und Arbeiter aus der Region zu unterstützen!“

Weitere Reaktionen folgen demnächst an dieser Stelle.