Nach Putsch in SPÖ: Schwarzau steht vor Neuwahl. Nach der Abwahl wird die SPÖ am Mittwoch über Zukunft entscheiden.

Von Tanja Barta, Philipp Grabner und Christian Feigl. Erstellt am 18. Februar 2020 (05:51)
Symbolbild
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Nach dem Politbeben in der konstituierenden Sitzung, bei der trotz absoluter SPÖ-Mehrheit Bürgermeisterkandidat Günter Wolf abgewählt und durch ÖVP-Kandidatin Evelyn Artner ersetzt worden war (wir berichteten, siehe hier und unten), deuten viele Zeichen auf Neuwahlen hin.

Das hat auch SPÖ-Bezirksparteivorsitzender Rupert Dworak seinen Mandataren empfohlen, bei denen einer offensichtlich am Dienstagabend aus der Reihe getanzt und zur ÖVP übergelaufen war. Am Mittwoch sollen in einer Sitzung die Weichen für die weitere Vorgangsweise gestellt werden.

„Noch wissen wir nicht, wer für den Putsch verantwortlich ist, aber es gibt einen Verdacht“, so Dworak am Sonntag zur NÖN. Ein Motiv könnte laut ihm in einem persönlichen Racheakt an Wolf zu finden sein. Er spricht von einer „Ungeheuerlichkeit und einem Putsch, den es noch nie gegeben hat. Weil das Ergebnis meiner Meinung auch dem Wählerwillen nicht entspricht, wird der einzig vernünftige Weg eine Neuwahl sein.“

Dazu müssten die bereits gewählten SPÖ-Gemeinderäte ihre Mandate zurücklegen und diese auch nicht nachbesetzt werden. Mehr als fraglich ist auch, ob der bisherige Bürgermeister und Spitzenkandidat Günter Wolf dann erneut die Partei in den Wahlkampf führen wird. Der selbst ist nach dem Ergebnis aus allen Wolken gefallen und dementsprechend angezählt.

Günter Wolf: „Ich kann es nicht verstehen“

Seit acht Jahren leitete Günter Wolf die Geschäfte der Gemeinde als SPÖ-Bürgermeister und als Parteiobmann auch jene der Fraktion. Die Niederlage bei der konstituierenden Sitzung vergangenen Donnerstag war für ihn wie ein Schlag ins Gesicht. „Ich kann es nicht verstehen, weil wir uns vorher noch alle innerhalb der Fraktion besprochen haben und eigentlich alles gepasst hat“, erzählt Wolf der NÖN. Seine Zukunft innerhalb der Gemeindeführung, aber auch der Partei ist nun offen (siehe auch links).

Viel durch den Kopf gegangen ist auch Evelyn Artner, der Listenzweiten der ÖVP, die plötzlich zur neuen Bürgermeisterin gewählt wurde. Sie möchte die Herausforderung, obwohl sie im Gemeinderat keine Stimmenmehrheit halten würde, annehmen - mehr dazu siehe hier:

„So abzustimmen, und dann nicht dazu zu stehen, ist einfach hinterhältig und gehört sich nicht“, kritisiert die stellvertretende SPÖ-Bezirksvorsitzende und GVV-Obfrau Sylvia Kögler die Vorgänge in Schwarzau – und geht mit dem abtrünnigen SPÖ-Mandatar hart ins Gericht: „Man soll und darf kritisieren, wenn einem etwas nicht passt, aber jemanden so ins offene Messer laufen zu lassen und dann nicht den Mut zu haben, dazu zu stehen, finde ich feig“, kommentiert Kögler.

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