Hans Wieringer: Kunst war sein Leben

Maler und Zeichner Hans Wieringer verstarb mit 72 Jahren. Selbst bei der eigenen Vernissage legte er die Buntstifte nie beiseite.

Erstellt am 22. September 2021 | 05:39
440_0008_8182674_neu38phil_wieringer.jpg
Hans Wieringer im Jahr 2019.
Foto: Johannes Authried

Es ist schön, sich an ihn zu erinnern. Doch genauso tieftraurig ist es auch. Der bekannte Maler und Zeichner Hans Wieringer verstarb nach langer Krankheit in der Vorwoche im 73. Lebensjahr. „Vor drei Monaten legte er seine Farbstifte zur Seite. Er hatte einfach keine Kraft mehr“, schildert Stieftochter Alexandra Dworak.

Ein begeisterter Zeichner war der 1949 in Willendorf geborene Wieringer schon als Schüler. Nach der Matura im Jahr 1969 wurde er freischaffender Zeichner und gewerblicher Grafiker. 1972 eröffnete er ein eigenes Atelier. Ab Mitte der 1970-er Jahre wurde der künstlerische Siebdruck sein Schwerpunkt.

Es folgten Ausstellungen in England und Italien sowie im heimatlichen Umfeld. In Wieringers Werken standen immer die Menschen im Mittelpunkt. Es gibt kaum eine Arbeit, die ohne Person auskommt. Was die Betrachter an seinen Werken stets schätzten, waren Originalität, Ironie und Witz. „Seine Bilderwelt ist karikaturhaft“, meint etwa Künstlerkollege und Freund Gotthard Fellerer aus Wr. Neustadt über Wieringers Werke.

Schleichend kam seine Krankheit. Wieringer zog sich zurück, kehrte aber nach der Jahrtausendwende wieder zurück an die Öffentlichkeit. Seine letzte Ausstellung fand 2019 in der Stadtgalerie Ternitz statt, wo er selbst bei der eigenen Vernissage die Buntstifte nicht zur Seite legte. Kunstkritikerin Angelika Bäumer sagte damals: „Sein verändertes Bewusstsein hat ihn zu Bildern geführt, die ganz aus dem Innersten kommen.“

Eine bereits geplante Ausstellung im Winter 2019 in São Paulo in Brasilien musste wegen der Corona-Pandemie verschoben werden.

Hans Wieringer verstand sein Handwerk, und zwar so gut, dass das, was er herstellte, auch stets den Namen Kunst verdiente. Er wird uns allen fehlen. Nein, er fehlt schon jetzt.

Hans Wieringer wird im engsten Familienkreis beigesetzt.