Neue Alltagstracht für das gesamte Tal. Arbeitstracht /  Der Dirndlstammtisch Schwarzatal tüftelt soeben an einer schlichten Tracht, die für das Tal und dessen Bewohner steht.

Erstellt am 26. August 2013 (00:00)
Von Michaela Köhegyi

BEZIRK NEUNKIRCHEN / Wo ist unsere Schwarzataler Alltagstracht? Diese Frage stellten sich einige Frauen, die beim Erntedankfest in Ternitz letzten Jahres zufällig aufeinandertrafen und eines teilten: Den gemeinsamen Wunsch nach einer Schwarzataler Alltragstracht. Wenig später fand sich die bunt zusammen gewürfelte Gruppe zwischen 25 bis 70 Jahren, an einem Tisch zusammen. Der Dirndlstammtisch Schwarzatal war somit ins Leben gerufen.

Und tatsächlich, im Stadtmuseum ist unter „Schwarzatal“ lediglich eine Festtagstracht verzeichnet. Grund genug für die Damen, das rasch zu ändern. In einem war man sich einig: „Uns war klar, die Tracht soll dauerhaft, fesch und elegant sein. Etwas, das sich wie eine Jeans mit einem Leiberl oder Bluse tragen lässt und womit man sich nicht zu aufgezäumt fühlt“, erklärt Karin Seyser vom Dirndl-Stammtisch. Dass das Schwarza tal in der Vergangenheit stark von Industrie geprägt war, und daher mit Funktionalität und Bodenständigkeit und nicht mit Goldhauben in Verbindung gebracht wird, traf sich da geradezu passend.

Trachten-Koriphäe  wirkte helfend mit

Die Dirndlrunde wandte sich an die Spezialistin Gexi Tostmann, die aufgrund ihrer Erfahrung beriet und dabei half, neue Impulse mit einfließen zu lassen. Seyser erklärt: „Die Farben des Leibes Stahlblau und Grau sowie die metallenen Knöpfe erinnern an Hammer- und Stahlwerke der Region. Der Rock ist blau bedruckt und verweist auf die Blaufärbereien. Der rechteckige Ausschnitt, die rote Schürze und das eingeprägte Blumenemblem der stählernen Knöpfe entstammen den Stickereien der Festtagstracht.“

Für die Alltagstracht gibt es ein Grundmodell. Die Farbtöne von Leib, Rock, Schürze kann die Trägerin passend zum Typ und nach Belieben variieren. Auf einen hochqualitativen Stoff wurde Wert gelegt, da das Dirndl tagein tagaus wie eine Jeans getragen wird und natürlich auch in der Waschmaschine gereinigt werden darf.

Für die Produktion hat man sich für NESIB, das Neunkirchner sozialintegrative Beschäftigungsprojekt, entschieden. Von den 18 verschiedenen Dirndl-Prototypen wird aber auch ein „Schwarzataler-Dirndl-Katalog“ erscheinen.

„Auf geht’s“ dann am kommenden 5. Oktober: Wenn der Stammtisch mit einem Oldtimer-Corso durch das gesamte Schwarzatal – von Schwarzau im Gebirge bis nach Schwarzau am Steinfeld – fährt, um der Bevölkerung stolz seine Endergebnisse preiszugeben.