Gloggnitzer schrieb über Kindheit im Zweiten Weltkrieg. Friedrich Brettner schreibt in seinem neuen Buch „Hurra! Fliegeralarm“ über Erlebnisse aus der Kriegszeit.

Von Gerhard Brandtner. Erstellt am 26. Juni 2021 (04:55)
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Das neueste Werk von Friedrich Brettner „Hurra! Fliegeralarm“ gibt Einblick in eines der dunkelsten Kapitel der österreichischen Geschichte.
G. Brandtner, G. Brandtner

Die Erinnerungen und Erfahrungen vieler Zeitzeugen, vor allem aber seine eigenen Eindrücke, hat der Gloggnitzer Historiker und Buchautor Friedrich Brettner für sein neuestes Werk „Hurra! Fliegeralarm“ zusammengetragen.

Der Titel des Buches ist für Brettner, Jahrgang 1935, kein Widerspruch, sondern leicht erklärt: „Wir haben darauf gewartet, weil dann ist die Rechenschularbeit ausgefallen“, so Brettner, der zu dieser Zeit mit seinen Eltern in Schottwien wohnte. Mit seinem aktuellen Buch will der Autor den nachfolgenden Generationen aufzeigen, was seine Generation in ihrer Kinder- und Jugendzeit erleben und erdulden musste. „Wir hatten nicht die Informationen der heutigen Jugend. In Schottwien gab es drei Radioapparate“, so Brettner. Und er erinnert sich, dass man selten etwas gefragt wurde.

„Ab dem zehnten Lebensjahr war man bei den ‚Pimpfen‘. Darauf haben wir uns gefreut, dort waren wir gleich, ganz egal, aus welchem Haus einer kam. Die Mitgliedschaft in der Hitlerjugend war für alle Burschen von 14 bis 18 Jahren Pflicht“, weiß Brettner zu berichten. Das Buch gibt persönliche Eindrücke über den Alltag der Kinder und Jugendlichen während des Krieges wider und beschreibt deren Ängste, aber auch Hoffnungen und die Unbekümmertheit, mit der Kinder und Jugendliche den damaligen Geschehnissen begegneten. „Hurra! Fliegeralarm“ zeigt auch viele Bilder und es kann nachgelesen werden, dass es im Jahr 1944 an 85 Tagen Fliegeralarm gab. Aber auch die letzten Kriegstage und der Einzug der Russen in den Ort wird beschrieben.

Über 20 Zeitzeugen hat der Autor für sein Werk interviewt und ihre persönliche Geschichte aufgenommen. Brettner: „Von einigen war es der Wunsch, dass ich ihre Erinnerungen erst nach ihrem Tod veröffentliche.“ Das Buch ist im Kral-Verlag erhältlich, ebenso direkt beim Autor und im Buchhandel. Wenn es die Bestimmungen erlauben, ist für den Herbst auch eine öffentliche Präsentation vorgesehen. Und wenn der rüstige Pensionist nicht gerade im Fitnessstudio trainiert, arbeitet er schon am nächsten Werk: „Ich habe noch genug Stoff für neue Bücher“ verspricht der Autor.