Altbürgermeister Felix Rigler feierte 90. Geburtstag. Neunkirchens Altbürgermeister Felix Rigler feierte ein besonderes Jubiläum: Mit der NÖN sprach er am Telefon über die Mühen des Alters, die Politik und die Coronakrise.

Von Christian Feigl. Erstellt am 26. Januar 2021 (04:45)
Mit einem Lächeln, Abstand und am offenen Fenster: So empfing Neunkirchens Altbürgermeister Felix Rigler die NÖN beim Fototermin. Mit dabei natürlich eine aktuelle Ausgabe, aus der der Jubilar wöchentlich seine Informationen bezieht.
Christian Feigl

An den Gewohnheiten hat sich auch im hohen Alter nichts geändert. „Er steht spät auf und geht spät schlafen“, erzählt Gattin Margarethe mit einem Augenzwinkern. Dass ihr Mann, mit dem sie seit 61 Jahren verheiratet ist und in einem kleinen Haus in Zentrumsnähe lebt, auch im hohen Alter noch gut beisammen ist, davon konnte sich die NÖN Neunkirchen anlässlich seines 90. Geburtstages beim Telefonat mit dem Altbürgermeister persönlich überzeugen.

„Ganz gut geht es mir, zumindest für einen alten Mann“, lässt er unmittelbar nach den Geburtstagsgratulationen auf Nachfrage mit kräftiger Stimme und seinem typischen Humor wissen. Der runde Geburtstag bedeute ihm, so Felix Rigler in seiner bekannt bescheidenen Art, „überhaupt nichts“. Gefeiert wurde im kleinen Kreis. „Mit der Familie, wir haben mit einem Glas Sekt angestoßen“, ergänzt seine Gattin. „Aber sonst haben wir nichts Besonderes gemacht“, so der Jubilar, der von 1984 bis 1993 als SPÖ-Bürgermeister die Geschicke der Bezirkshauptstadt lenkte und diese mit ihrem heutigen Aussehen auch maßgeblich prägte.

„Ganz gut geht es mir, zumindest für einen alten Mann!“ Altbürgermeister Felix Rigler auf die Frage, wie es ihm zu seinem 90. Geburtstag geht.

Die Coronakrise belaste ihn jedenfalls kaum. „Er ist in den letzten Jahren schon nicht mehr so viel aus dem Haus gegangen und so hat sich für ihn nicht viel geändert“, erzählt die Gattin. „Ich lese sehr viel. Bücher und natürlich auch jede Woche die NÖN“, bekräftigt ihr Mann am Telefon – noch immer bestimmt das Interesse an der Politik und in der Gesellschaft sein Leben. Das Ansehen der „Zeit im Bild“ sei deshalb auch ein täglicher Fixtermin. „Natürlich bin ich auch am Geschehen in der Stadt noch sehr interessiert.“ Die Infos holt er sich als langjähriger Abonnent aus der NÖN. „Es ist schön, zu sehen, wie sich Neunkirchen entwickelt hat.“ Seinem derzeitigen Nachfolger Herbert Osterbauer streut er Rosen: „Ich bin zufrieden. Der macht seine Sache sehr gut!“ Dass er der ÖVP angehört, stört ihn dabei nicht: „Das ist ja egal, ich gehe nicht so nach der Partei, ich gehe nach den Menschen. Das Ergebnis ist wichtig.“ Mit seiner SPÖ gebe es naturgemäß nicht mehr so viel Kontakt: „Heuer bin ich 70 Jahre bei der Partei, sie arbeiten eh recht gut. Mit allem ist man natürlich nie einverstanden, weder bei der SPÖ noch bei der ÖVP, aber das sind in Kleinigkeiten.“

Aber man merkt beim Interview auch: Das lange Telefonieren ist auch für ihn mit Fortdauer des Gesprächs anstrengend. Deshalb übernimmt am Ende die Gattin. Zufrieden und dankbar sei man, so wie es laufe. Vor allem gesundheitlich. Ihr Mann habe keine Schmerzen, das sei schon einmal sehr wichtig. Lediglich die Vergesslichkeit mache sich manchmal bemerkbar, aber ehrlich – bei wem nicht? Die meiste Zeit verbringe er aktuell mit dem Lesen von Karl May-Büchern: „Die verschlingt er richtig!“ Da bleibe dann oft gar keine Zeit mehr für das einst so geliebte Kartenspiel. Gestartet wird der Tag nach einer ausgiebigen Nachtruhe beim Altbürgermeister übrigens mit einem Kaffee und einem Milchweckerl: „Das ist das Wichtigste!“ – ehe er zumindest für ihn ganz spät endet. Und das fast schon sein ganzes Leben lang.