Causa Wiedner: Geldbuße auch für den Stadtchef. Bürgermeister Osterbauer will Angebot zu Diversion annehmen, von Stadtamtschef Wiedner steht Entscheidung noch aus.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 08. Januar 2019 (05:00)
Archiv/Feigl
Stadtamtsdirektor Robert Wiedner. Neunkirchens ÖVP-Bürgermeister Herbert Osterbauer.

Wochenlang wurde gerätselt und spekuliert, jetzt ist das Ergebnis da: In der Angelegenheit rund um Neunkirchens Stadtamtsdirektor Robert Wiedner, dem vorgeworfen wurde, interne Daten im Zuge einer Postenausschreibung am Rathaus weitergegeben zu haben, hat die Staatsanwaltschaft entschieden: Und nicht nur Wiedner, sondern auch ÖVP-Bürgermeister Herbert Osterbauer, der anonym angezeigt wurde, wurde eine Diversion mit Geldbuße angeboten.

Nehmen beide das Angebot an, ersparen sie sich damit eine öffentliche Gerichtsverhandlung. Osterbauer hat bereits zugesagt, dies tun zu wollen – Wiedner wollte sich vorerst nicht dazu äußern, eine Entscheidung steht noch aus.

Rückblende: Mitte Oktober wird bekannt, dass die Personalvertretung Anzeige gegen Stadtamtschef Wiedner erstattet hat. Der Grund? Neunkirchens oberster Beamter soll einem Bekannten hilfreiche Infos für die Bewerbung einer Stelle im Rathaus zukommen haben lassen. Später wird Bürgermeister Osterbauer vorgeworfen, Wiedner zur Weitergabe der Daten aufgefordert zu haben – was dieser nach wie vor strikt zurückweist: „Ich stelle ausdrücklich klar, dass ich zu keinem Zeitpunkt eine Weisung und/oder einen sonstigen Beitrag zum Verrat eines Amtsgeheimnisses gesetzt habe“, so Osterbauer am Freitag in einer schriftlichen Stellungnahme.

„Ich stelle klar, dass ich nie eine Weisung oder einen sonstigen Beitrag zum Verrat eines Amtsgeheimnisses gesetzt habe!“Bgm. Herbert Osterbauer, ÖVP.

Obwohl die gegen ihn erhobenen Vorwürfe falsch seien, werde er eine diversionelle Erledigung des Verfahrens annehmen, „die Angelegenheit ist somit für die Staatsanwaltschaft endgültig erledigt“, so Osterbauer, der einen parteipolitischen Hintergrund hinter den Vorwürfen vermutet.

Während die SPÖ nun eine öffentliche Entschuldigung bei den Mitarbeitern der Stadt sowie vollste Aufklärung fordert, spricht Personalvertreter Harald Nemeth, der den Fall ins Rollen gebracht hatte, von einer „kuriosen Situation“. Er zweifle am Rechtsstaat, „wenn sich jemand einfach über eine Diversion rauskaufen“ könne. Die Grünen wollen die Entscheidung Wiedners abwarten, so Vizebürgermeister Martin Fasan: „Jetzt braucht es viele Gespräche und viel Diplomatie!“

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