Freilaufzone: Viel Kritik an Politik. Protest ergab Gespräch zwischen Sonja Hruby und der Stadtführung. Bürgermeister Osterbauer verteidigt Position.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 23. Juli 2021 (05:35)
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Fordern mit Nachdruck eine Hundefreilaufzone in Neunkirchen: Barbara Winkler, Renate Musil und Christoph Birkner mit „Akio“ und „Luna“, Initiatorin Sonja Hruby mit „Nana“, Silvia Kogler und „Struppi“, Irma Karpati und „Jacky“ sowie Karl Bammer und Susi Strauß mit „Lilly“ – noch vor dem „Gipfeltreffen“ mit Bürgermeister Osterbauer am Montag.
Philipp Grabner, Philipp Grabner

Sie entwickelt sich zu einer Never-Ending-Story in der Bezirkshauptstadt: Die Debatte rund um die Errichtung einer Hundefreilaufzone. Denn nachdem ÖVP, Grüne sowie SPÖ dem Projekt in der Vorwoche vorläufig eine Absage erteilt hatten, formierte sich dieser Tage Widerstand von etlichen Hundebesitzern rund um die Neunkirchnerin Sonja Hruby. Am Montag, kurz vor Redaktionsschluss, fand ein Gespräch mit Hruby und Stadtpolitikern statt – die NÖN fasst zusammen:

Kritik von Hundebesitzern. Bei einem Treffen mit der NÖN am Freitagvormittag im Stadtpark üben etliche Hundebesitzer teils scharfe Kritik an der Stadtregierung. „127 Unterschriften haben wir gesammelt und der Bürgermeister hat uns zugesagt, dass ein Hundefreilauf kommt“, erklärt Sonja Hruby.

Ähnlich äußert sich Silvia Kogler, die den Park regelmäßig mit ihrem Hund „Struppi“ besucht: „Es ist – mit Blick auf die vielen Hunde, die es hier gibt – eine Schande, dass die Freilaufzone nun doch nicht zustande kommen soll“, kritisiert sie. Allgemein herrscht bei Hruby und Co Konsens darüber, dass der Stadtpark der geeignetste Ort für einen Hundefreilauf wäre. „Wobei hauptsächlich wichtig ist, dass überhaupt einer kommt“, ergänzt Kogler.

Kritik wird nicht nur an der Stadtpolitik ganz allgemein geübt, sondern im Speziellen auch an den Grünen – diese würden dem Thema viel zu wenig Gehör schenken.

Stadt verteidigt sich. Im NÖN-Gespräch weist Bürgermeister Herbert Osterbauer (ÖVP) die Kritik wenige Stunden nach dem Treffen am Freitag zurück. Zum einen sei das Projekt ja nicht zur Gänze abgesagt, zum anderen habe man mehrere Standorte geprüft, wirklich zufriedenstellend sei aber keiner gewesen.

„Aber wir haben ja zugesagt, dass – wenn sich ein entsprechender Verein gründet – eine Realisierung durchaus möglich ist“, bezieht sich der Stadtchef auf eine Vereinbarung von ÖVP, Grünen und SPÖ. Die Unterschriftenliste von Sonja Hruby ist für Osterbauer kein stichhaltiges Argument: „Da haben nicht sehr viele Neunkirchner unterschrieben!“

Gespräch mit Stadtspitze. Am Montagvormittag trifft Hruby schließlich nicht nur auf Bürgermeister Herbert Osterbauer (ÖVP), sondern auch auf Vizebürgermeister Johann Gansterer (Grüne) und Stadtrat Thomas Leopold Berger (ÖVP). Sie bilanziert das Treffen am Rathaus als „konstruktiv“, wenngleich die Stadtspitze bei ihrer Position blieb. „Wir sind nach wie vor der Meinung, dass der Stadtpark nicht geeignet ist“, bilanziert Stadtchef Osterbauer.

Dieser kann sich – bei entsprechender Gründung eines Vereins – finanzielle und materielle Hilfe durch die Stadtgemeinde vorstellen. Hruby hofft in der Zwischenzeit auf Vorschläge bezüglich eines Wald- oder Grundstückes für eine Hundefreilaufzone.

Reaktionen von Grünen und SPÖ. Die Kritik, dass die Grünen in der Hundefreilauf-Debatte untätig seien, wischt Vizebürgermeister Johann Gansterer vom Tisch: „In unserem Wahlprogramm steht im Wesentlichen das drinnen, was jetzt Position der Stadtregierung ist“, verteidigt sich Gansterer – der Standpunkt der Grünen habe sich de facto nicht geändert. „Eine Hundezone ist eine klassische Aufgabe für einen Verein und nicht für eine Stadt. Die darf und soll dabei aber unterstützen!“

Ein Stück weit ihre Position abgeändert hat unterdessen die SPÖ: Man trete dafür ein, „dass sich die Gemeinde hier nicht ganz herausnimmt“, erklärt Stadtparteivorsitzende Andrea Kahofer, deren Partei in der Vorwoche noch eine gemeinsame Erklärung mit ÖVP und Grünen herausgegeben hatte. Man habe die Position innerparteilich nun ausdiskutiert und trete dafür ein, „dass die Stadt in der Angelegenheit aktiv bleibt“.