Innenstadt-Kämpferin musste Segel streichen. Leopoldine Kwas hat ihre „Valentinas Alltagshilfen“ am Holzplatz geschlossen. Es sei zum Überleben zu wenig gewesen.

Von Christian Feigl. Erstellt am 28. Februar 2018 (05:00)
Leopoldine Kwas.
Feigl

Sie war eine der bekanntesten und vehementesten Kämpferinnen, die sich um die frequenzbedrohte Innenstadt einsetzte. Und dabei nicht mit ihrer Meinung hinter dem Berg hielt: Jetzt musste die Unternehmerin Leopoldine Kwas mit ihrem Geschäft am Holzplatz selbst die Reißleine ziehen und schließen: „Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“, erklärt sie im Gespräch mit der NÖN ihre Beweggründe.

Es war vor genau drei Jahren, als sich die Breitenauerin mit ihrer Firma „Valentinas Alltagshilfen“, die älteren und gebrechlichen Menschen Hilfsmittel der verschiedensten Art anbietet, in der Wiener Straße niederließ. Weil sie allerdings mit der Frequenz nicht zufrieden war, übersiedelte sie vor eineinhalb Jahren auf den Holzplatz: „An und für sich eine der besten Adressen in der Stadt. Aber am Ende des Tages auch für das Überleben einfach zu wenig“, bilanziert sie nüchtern.

Als Onlinehandel weitergeführt

„Die Kunden, die wir erreichen wollten, haben wir zu 90 Prozent erreicht, aber das hat insgesamt nicht gereicht, so ehrlich muss man sein!“ Der Innenstadt selbst stellt sie keine guten Prognosen: „Ich glaube, dass die Frequenz noch weiter sinken wird!“ Obwohl sie sich nichts mehr wünschen würde, hier wieder einmal ein Geschäft zu haben.

Apropos Geschäft: Das Unternehmen wird vorerst als Onlinehandel von Breitenau aus weitergeführt. Beruflich möchte sich in Zukunft mehr dem Bücherschreiben widmen. Nach ihrem ersten Buch „Ich bin das Volk“, in dem sie mit der Politik abrechnete (die NÖN berichtete) wird bereits am zweiten Werk fleißig gearbeitet. „Das Thema setzt sich mit dem Leben und Sterben in Österreich auseinander“, verrät Kwas. Erscheinen soll es bereits im kommenden Herbst.

Die Geschäftsräumlichkeiten am Holzplatz wurden bereits ausgeräumt. 
Christian Feigl