Koalition schnürt Corona-Hilfspaket. Neunkirchens ÖVP-Grüne-Stadtregierung will Betrieben, Vereinen und Kunstschaffenden unter die Arme greifen.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 24. Juni 2020 (05:32)
Bürgermeister Herbert Osterbauer (ÖVP) und Vizebürgermeister Johann Gansterer (Grüne) präsentierten der NÖN das Covid-Unterstützungspaket, das dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt wird.
Grabner

Betriebe, Arbeitnehmer, Kulturschaffende, Vereine – sie alle mussten nach dem „Lockdown“ im Zuge der Corona-Pandemie in Österreich teils schwere finanzielle Einbußen hinnehmen. Ihnen allen will die schwarz-grüne Stadtregierung nun mit einem Covid-19-Unterstützungspaket unter die Arme greifen. Ein Paket, das „sehr ambitioniert“ sei und vor allem jenen zu Gute kommen soll, die „kreativ und engagiert sind“, wie Bürgermeister Herbert Osterbauer (ÖVP) gegenüber der NÖN erklärt. Sein Vizebürgermeister Johann Gansterer (Grüne) pflichtet ihm bei: Die Stadt leiste damit einen „Beitrag im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten“, wie er sagt.

Konkret umfasst das Paket, das dem Gemeinderat am Montag, 29. Juni zur Beschlussfassung vorgelegt werden soll, sechs Hauptpunkte. Die Wirtschaft etwa soll mit Subventionen für Veranstaltungen oder Werbetätigkeiten in der Höhe von maximal 250 Euro pro Betrieb unterstützt werden, Künstler sollen diverse Locations der Stadt, etwa die Galerie „Am Stiergraben“ oder den Schul-Festsaal, kostenlos nutzen dürfen. Für Gastronomiebetriebe soll die Teilnahme am diesjährigen Stadtfest, welches – Stand derzeit – über die Bühne gehen soll, gratis sein – ebenso wie für Künstler, Vereine und Betriebe das Plakatieren auf Eigengrund der Gemeinde nicht verrechnet werden soll.

Wirtschaftstreibende sollen mithilfe eines Digitalisierungspakets gefördert werden – maximal zehn Unternehmen sollen mit bis zu 800 Euro in Form eines Projektbewerbs unterstützt werden. Und mithilfe eines Stadt-Gewinnspiels will man die Kaufkraft stärken und Menschen dazu motivieren, in Neunkirchen einzukaufen: Für Einkäufe, die zwischen 1. Juli und 5. September bei einem Unternehmen in der Stadt getätigt wurden, kann der Wert in Form von Einkaufstalern zurückgewonnen werden. Die Verlosung soll im Rahmen des Stadtfestes erfolgen, in Kooperation mit dem Verein „Aktive Wirtschaft“ sollen Taler in der Höhe von 5.000 Euro fließen, konkretisieren Osterbauer und Gansterer. Und beide betonen, dass man ein Paket vorlegen wollte, das auch „Hand und Fuß hat und gesetzlich auch möglich ist“, wie Osterbauer konkretisiert. Sollte das Hilfspaket voll ausgeschöpft werden, bewege man sich bei einer Gesamtsumme von fast 200.000 Euro – „wobei man dazu sagen muss, dass wir nach wie vor Sanierungsgemeinde sind“, so der Stadtchef.

Die zuletzt aufgekommene Kritik, dass seitens der Stadt wenig oder keine Hilfe angeboten werde, weist Osterbauer vehement zurück: „Immer nur über die Zeitung auszurichten, was man alles machen könnte – davon halte ich nichts“, so der Stadtchef mit Blick auf die Freiheitlichen, die zuletzt zu wenig Hilfe für die Gastronomiebetriebe orteten. Die Stadt habe für jeden ein offenes Ohr, „manche Dinge hängt man aber auch nicht an die große Glocke. Da geht es ja auch oft um den Datenschutz.“ Zudem zeige die Neunkirchen GmbH etwa bei diversen Mieten sehr wohl Kulanz, so der Stadtchef. Die Ansuchen der Unternehmen um Ausbezahlung der Förderungen (alle Details unterhalb) will Osterbauer übrigens im Stadtratsgremium abarbeiten.

Bei der Opposition weiß man zu Redaktionsschluss noch nichts von dem Paket, wie ein Rundruf der NÖN bei SPÖ und FPÖ ergibt. Daher könne man auch noch nichts dazu sagen, betonen die Parteispitzen.

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