Kopfzerbrechen wegen Südbahnschranken. ÖBB will Südbahnschranken eliminieren: Für Ersatzquerungsmöglichkeiten wird um Finanzierung debattiert.

Von Christian Feigl. Erstellt am 27. März 2019 (08:27)
Schauplatz Flatzerstraße: Die Stadt möchte zumindest eine Fußgänger- und Radfahrunterführung erhalten.
Christian Feigl

Die Bezirkshauptstadt steht vor einem Schrankenproblem: Spätestens mit der Inbetriebnahme des Semmeringbasistunnels sollen entlang der Südbahn die Bahnübergänge aufgelassen werden. Für Neunkirchen bedeutet das, dass die Schrankenanlagen in der Raglitzerstraße und Flatzerstraße geschlossen und Alternativlösungen gesucht werden müssen.

Bgm. Herbert Osterbauer: „Für gute Vorschläge immer ein offenes Ohr!“
NÖN

Erst in der Vorwoche gab es deshalb ein Treffen zwischen politischen Vertretern der Stadtgemeinde und den Österreichischen Bundesbahnen. „Für die Raglitzer-straße benötigen wir eine Alternative in Form einer Unterführung. Aber das ist gar nicht so einfach zu realisieren, weil hier im Bereich stadteinwärts baulich einige Hindernisse wie Grundstücksablösen oder Hauseinfahrten zu berücksichtigen sind“, bereiten ÖVP-Stadtchef Herbert Osterbauer die Lösungsfragen schon jetzt einiges Kopfzerbrechen. Eine Machbarkeitsstudie soll bis spätestens Jahresende den Weg ebnen.

Ähnlich sieht die Situation in der Raglitzerstraße aus: Die Stadt hätte hier zumindest gerne als Alternative eine Rad- und Fußgängerunterführung. Während die Kostenfrage in der Raglitzerstraße als Landstraße zwischen ÖBB, Land und Stadt mehr oder weniger geregelt ist, will die Bahn bei einer Untertunnelung in der Flatzerstraße aber keinen finanziellen Beitrag leisten. Was wiederum der Gemeinde nicht schmeckt: „Alleine werden wir dort das Projekt nicht stemmen können“, so Osterbauer. Deshalb gibt es Überlegungen, bei der Unterführung in der Raglitzerstraße auch einen Rad- und Fußgängerweg mit zu errichten. „Dann müssten Passanten und Radler halt einen Umweg machen“, so Osterbauer.

Schauplatz Raglitzerstraße: Hier soll eine Unterführung kommen, ÖBB, Land und Stadt finanzieren diese.
Clemens Thavonat

Enttäuscht ist man bei der SPÖ über die sture Haltung der Bahn: „Wir haben praktisch überhaupt keinen Verhandlungsspielraum“, so Infrastrukturstadtrat Günther Kautz. Er plädiert auf jeden Fall für eine Ersatzquerung in der Flatzer Straße: „Sonst wird es sicher eine illegale geben und dann wird es wirklich gefährlich!“

Günther Kautz: „Eine Ersatzquerung muss es auf jeden Fall in der Flatzer-straße geben!“
NOEN

Bei den ÖBB dürfte für zwei Querungen aber der Zug abgefahren sein: „Der Gemeinde wurde ein Vorschlag unterbreitet, dass anstelle der Eisenbahnkreuzung Raglitzerstraße eine vollwertige Unterführung errichtet werden kann, und im Zuge dieses Projekts auch die Eisenbahnkreuzung Flatzerstraße geschlossen wird. Eine Unterführung für zwei bis drei Eisenbahnkreuzungen ist die übliche Vorgehens- und Verfahrensweise“, erklärt Pressesprecher Christopher Seif.

Seif ergänzt, dass die ÖBB aber bis jetzt noch kein Projekt fixiert haben, da sich eine Entscheidung, ob beziehungsweise was umgesetzt wird, erst nach Gesprächen und Abstimmungen mit Land und Gemeinde ergeben kann.