ÖBB-Schalter vor Schließung. Sehr zum Ärger der Gemeinde wird Service beendet. Alternative in Ausarbeitung, SPÖ-Protest.

Von Christian Feigl. Erstellt am 15. Oktober 2019 (02:45)
Feigl
Ab Jänner wird es den Fahrkartenschalter am Neunkirchner Bahnhof nicht mehr geben.

Hiobsbotschaft für die Bahnkunden in der Bezirkshauptstadt: Mit Jahresende wird die ÖBB den Kassenschalter am Neunkirchner Bahnhof schließen.

„Ich bin darüber wirklich sehr verärgert“, so ÖVP-Stadtchef Herbert Osterbauer, der die Vorgangsweise der Bahnverantwortlichen nicht ganz nachvollziehen kann: „In Wahrheit ist es ein Witz. Da gibt es gute Verbindungen überall hin und man will auch, dass die Leute auf den Zug umsteigen und dann verschlechtert man das Service.“ Denn, so Osterbauer, nicht jeder sei mit einem Fahrkartenautomaten vertraut: „Vor allem die ältere Generation tut sich damit sehr schwer. Und es ist ja leider auch nicht möglich, dass man die Karte erst im Zug kauft!“

Zumindest hat er als Ersatz einen Fahrkartenautomat im Bereich des Zugangs bei der Blätterstraße gefordert. Auch bei der SPÖ ist man über den Umstand wenig erfreut: „Das ist sehr schade, zieht sich aber offenbar durch ganz Österreich, weil auch in Ternitz oder Gloggnitz wurden die Schalter geschlossen“, so Infrastrukturstadtrat Günther Kautz. Deshalb wird man auch eine Unterschriftenliste organisieren: „Auch wenn die vielleicht nichts nützt, aber wir wollen zumindest ein Zeichen setzen, dass wir das nicht so einfach hinnehmen.“

Bei der ÖBB zeigt man sich davon wenig beeindruckt und argumentiert mit wirtschaftlichen Gründen: „Die ÖBB als Unternehmen sind verpflichtet, wirtschaftlich zu handeln, daher kann es hier zu Anpassungen kommen, wenn ein Standort wirtschaftlich nicht darstellbar ist“, erklärt Pressesprecher Christopher Seif. Dennoch sei man bemüht, Alternativmöglichkeiten zu schaffen – im Fall Neunkirchens mit einem Partnerunternehmen, der Trafik Huber & Paulhart in der Wiener Straße.

„Wir haben bereits das Gespräch mit der Gemeinde gesucht und unsere Überlegungen mitgeteilt. Es gibt zwar schon einen Partner, dieser erhält von uns aber natürlich auch Zeit für eine meist mehrmonatige Anlaufphase. Eine mögliche Umwandlung wird frühestens in sechs Monaten durchgeführt werden, dies wird mit gemeinsam abgestimmten Kommunikationsmaßnahmen erfolgen, um unsere Kunden auf den neuen Partner aufmerksam zu machen“, erklärt Seif die weiteren Schritte. In Prüfung ist auch, ob ein zweiter Ticketautomat zielführend ist. „Wir bemerken in unseren Analysen sehr stark, dass mehr und mehr Kunden sowohl für ihre einfachen Fahrten als auch für Zeitkarten den Kauf in der ÖBB-App vorziehen. Auch hier ist also noch nicht entschieden, ob ein zweiter Ticketautomat installiert wird!“

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