Positive Signale für Weiterführung von Kremsnerbau. Kremsnerbau will nach Pleite das Neunkirchner Unternehmen retten. Die ersten Zeichen dafür sind sehr positiv, keine Kündigungen geplant.

Von Christian Feigl. Erstellt am 02. März 2021 (05:56)
Die Zeichen für eine Fortführung des in Insolvenz geschlitterten Betriebs stehen sehr gut.
Christian Feigl

Nun haben die Auswirkungen der Corona-Krise auch in Neunkirchen ein erstes prominentes Opfer gefordert: Die Firma Kremsnerbau, immerhin seit 1973 im Baugewerbe tätig, musste in der Vorwoche Insolvenz anmelden. Mit einer Schuldenlast von 6,7 Millionen Euro – davon sind 2,6 Millionen Euro bedingte Verbindlichkeiten, also Garantien. Ein Fortbetrieb wird mit einer 20-prozentigen Gläubigerquote, zahlbar auf drei Jahre, angestrebt. Betroffen sind davon rund 200 Gläubiger.

„Wir sind über diesen Umstand sehr betrübt, sehen aber doch einen Weg, das Unternehmen zu retten und Nachteile für alle betroffenen Geschäftspartner gering halten zu können“, blickt Geschäftsführerin Michaela Kremsner mit Hoffnung in die Zukunft. „Die gegenwärtige Krise wurde durch Liquiditätsprobleme und Mehrkosten bei einigen Bauvorhaben, nicht zuletzt auch wegen Covid, ausgelöst. Und Zahlungen von Bauherren sind leider nicht wie erwartet eingelangt“, erklärt Kremsner die Hintergründe.

„Wir schaffen die Fortführung sicher“ Masseverwalterin Claudia Weinwurm über die Zukunftsperspektiven.

Mit Masseverwalterin Claudia Weinwurm wird derzeit versucht, gemeinsam mit den wichtigsten Kunden eine Lösung zu finden, die im Idealfall eine sehr hohe Sanierungsquote ergeben könnte. „Mit etwas gutem Willen aller Beteiligten müsste eine bis zu 100-prozentige Quote möglich sein“, so Kremsner.

Letzteres hält Weinwurm zwar noch für „utopisch“, aber die Zeichen für eine Fortführung stünden sehr gut, sagt sie im Gespräch mit der NÖN nach einem ersten Treffen mit der Firmenleitung am Montag: „Die Liquidität ist vorhanden, es gibt auch genügend Aufträge für die nächsten Monate und die Unterlagen wurden perfekt vorbereitet, wir schaffen die Fortführung sicher“, blickt sie optimistisch in die Zukunft. Gleichzeitig wird auch betont, dass nach aktuellem Stand der Dinge keine Kündigungen in der Belegschaft geplant sind.

Auftragnehmer brachen Arbeit ab

Allerdings gebe auch kleine Rückschläge, wie Kremsner ausführt: „Leider haben einige Auftragnehmer - vermutlich aus Unkenntnis der geltenden Regelungen für Sanierungsverfahren - ihre Arbeiten abgebrochen und die Baustelle verlassen. Diese werden in den nächsten Tagen offiziell aufgefordert werden, ihre Arbeiten fortzusetzen!“