Ritt auf zwei Pferden durch halb Europa. Der Neunkirchner Daniel Feike, 25, reiste mit seiner roten Vespa rund 4.800 Kilometer und 31 Tage lang nach Barcelona und wieder retour.

Von Nadine Gasteiner. Erstellt am 19. November 2020 (03:45)
Voll bepackt unterwegs auf Italiens Straßen.
privat

Daniel Feike, Psychologie- und Sportstudent aus Neunkirchen, ist ein wahrer Freigeist. Vor zwei Jahren machte er einen Fahrrad-Ausflug nach Italien. Begeistert von seiner damaligen Reise, legte er sich eine Vespa zu und wollte damit erneut nach Italien. Die Dinge kamen jedoch anders und ein Auslandssemester auf Zypern kreuzte seine ursprünglichen Pläne. Wieder in Österreich angekommen, buchte er mit seinen Freunden einen Urlaub in Barcelona. Da war die Idee geboren: „Dann fahr‘ ich einfach nach Barcelona mit meiner Vespa!“, so Feike.

Der Weg war sein eigentliches Ziel

Die Reaktionen aus seinem Umfeld waren sehr verhalten. „Eigentlich wollte es mir jeder ausreden und mich überreden, doch einfach mitzufliegen, aber das war mir egal. Ich habe die Idee super gefunden und die anderen haben das einfach noch nicht gesehen“, erklärt er. Durch seine spontane Entscheidung fielen auch die Vorbereitungen eher mager aus, teilt er schmunzelnd mit. Sein Ersatzreifen wurde nochmals aufgepumpt, eine Zündkerze erneuert sowie der Motor überprüft. Danach war er auch schon startklar für seinen Europatrip.

Der Vespafan beim Start seiner Reise in Neunkirchen.
: privat

Er startete in Neunkirchen und machte seine erste Rast bei seinem Onkel in der Steiermark. Danach ging es für ihn über die Grenze nach Simione, Mailand und weiter nach Casale Monferrato (Italien). Anschließend fuhr er nach Briançon und Sète in Frankreich, bevor er sein Ziel Barcelona (Spanien) pünktlich erreichte und auf seine Freunde traf. Nach einer Woche gemeinsamen Urlaubs ging es für den Vespafan wieder nach Hause. Ohne Zeitdruck wählte er eine Route mit Umwegen. Seine Reise führte ihn von Barcelona nach Puigcerdà, Andorra und weiter an die Côte d’Azur. Danach ging es für ihn über Italien schlussendlich wieder nach Hause nach Neunkirchen.

„Bei den Nächtigungen habe ich alles gemacht, was möglich war“, so der Student. Er schlief bei Familie und Freunden, mietete Apartments sowie Hotelzimmer und campte in der freien Natur. Negative Erlebnisse hatte er keine, dafür aber ein paar Komplikationen. Auf seinem Weg von Barcelona nach Puigcerdà (Spanien) platzte sein Reifen. Von Genua nach Mailand passierte ihm dann das nächste Malheur. „In Genua ist irgendwas bei meinem Motor verstopft und so bin ich mit gut 20 km/h von Genua nach Mailand gefahren“, erklärt Feike lachend.

Das schönste Erlebnis auf seiner Reise waren laut ihm die Menschen vor Ort. Vor allem Italien ist ihm positiv in Erinnerung geblieben: „Die Leute sind sehr offen auf mich zugegangen und waren alle sehr hilfsbereit. Vor allem, wenn man mit einer Vespa unterwegs ist, ist jeder Italiener automatisch dein Freund!“ Er betont auch, dass er sich nie alleine gefühlt hat und immer neue Leute auf seinen Wegen kennengelernt hat.

Feike plant, eine weitere Tour zu machen. Hierzu möchte er sich aber eine leistungsfähigere Vespa anschaffen. Gerne würde er damit nach Skandinavien oder in die Türkei reisen.