Sanierung nach Erdeinbruch angeordnet. Die Stadt Neunkirchen schickte dem Bauträger einen Sanierungsbescheid. Der will mit Experten die Maßnahmen rasch umsetzen.

Von Christian Feigl. Erstellt am 13. Januar 2021 (04:55)
Diese Reihenhausanlage in der Oberen Mühlfeldstraße ist von einem Stollen untergraben. Im Herbst gab es einen Erdeinbruch bei einem Haus, nach behördlicher Anordnung muss nun der Stollen verfüllt werden.
Christian Feigl

Ein Riesenloch, das sich unter einem Reihenhaus in der Oberen Mühlfeldstraße plötzlich gebildet hatte, sorgte Anfang September des Vorjahres in der NÖN für Schlagzeilen. Nun findet die Geschichte ihre Fortsetzung: Denn wie danach weitere Erhebungen ergaben, durchläuft gleich ein ganzer Stollen einen Teil der Anlage! Die Stadt hat nun als oberste Baubehörde einen Bescheid mit Sanierungsauftrag an die zuständige Genossenschaft, die Gebau-Niobau, erlassen. Das bestätigte Baudirektor Christian Humhal auf Anfrage der NÖN.

„Die große Hohlraumbildung, die unter der Anlage verläuft, muss beseitigt, sprich verfüllt werden. Das Ganze muss Hand und Fuß haben“, so Humhal im Gespräch mit der NÖN. NÖN-Informationen zufolge soll der Stollen rund sieben bis neun Meter unter der Erde verlaufen.

WET-Geschäftsführer Christian Rädler: „Prüfen Regressforderungen an früheren Grundbesitzer!“
WET

WET-Geschäftsführer Christian Rädler, zu dessen Gruppe die Gebau-Niobau gehört, kennt den Bescheid und hat erste Maßnahmen eingeleitet: „Wichtig ist mir zu betonen, dass keinerlei Gefahr für die Häuser besteht. Es ist nichts einsturzgefährdet und wir gehen auch von keiner zukünftigen Gefährdung aus. Klar ist aber auch, dass der Hohlraum, der etwa hundert Kubikmeter groß ist, natürlich verschlossen werden muss.“

Wie und in welcher Art das passieren wird, ist Gegenstand von Erhebungen, die Mitte Jänner vor Ort stattfinden werden. „Da treffen sich die Experten, werden sich die Situation noch einmal genau anschauen und danach werden wir uns für die beste Lösung entscheiden“, so Rädler im Gespräch mit der NÖN. Denn zum einen spielt es eine Rolle, welches Material und zum anderen, wie dieses verfüllt wird. „Da gibt es einige Möglichkeiten von bloßem Beton reinpumpen bis hin zur Befüllung mit Flüssigkeiten oder Sand!“

„Das ist natürlich nicht erfreulich und auch keine Kleinigkeit.“ WET-Geschäftsführer Christian Rädler.

Dass Rädler über die aktuelle Situation und wie es dazu gekommen ist, nicht glücklich ist, wird im Gesprächsverlauf deutlich: „Das ist natürlich nicht erfreulich und auch keine Kleinigkeit. Ich möchte nicht daran denken, wenn da im September jemand in das Loch gefallen wäre!“ Zudem prüft die Rechtsabteilung der Genossenschaft auch, ob man sich am früheren Grundstückseigentümer, dessen Namen die Genossenschaft noch nicht nennen möchte, schadlos halten kann: „Wir lassen Regressforderungen prüfen!“

Dieser metertiefe Hohlraum trat im September bei einem der Häuser zutage. Das Loch wurde damals mit Beton zugefüllt.
privat

Wenig erfreut sind die Hausbewohner mit der aktuellen Informationspolitik: „Wir haben seit Herbst nichts mehr gehört und wissen auch nicht, wie es weitergehen wird und was geplant ist“, so ein Mieter, der nicht namentlich genannt werden möchte, zur NÖN. Auch diesbezüglich verspricht Rädler Besserung: „Sobald es eine Entscheidung über die Vorgangsweise gibt, werden alle Betroffenen umgehend informiert!“