Sechs Jahre Haft für Kindsvater nach Babydrama. 20-jähriger Kindsvater wurde am Tod seines Kindes schuldig gesprochen. Das nicht rechtskräftige Urteil: Sechs Jahre Haft.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 12. Juni 2019 (05:20)
Steinbock
Verteidigt wurde der 20-Jährige von Staranwalt Wolfgang Blaschitz.

In der Nacht von 29. auf 30. Oktober letzten Jahres erlitt ein drei Monate alter Bub ein Schädel-Hirn-Trauma, das am 14. November zu seinem Tod führte, die NÖN berichtete. Der Neunkirchner Vater des Kindes, 20 Jahre alt, stand in Wiener Neustadt vor Gericht. Der Vorwurf: Körperverletzung mit tödlichem Ausgang.

In dieser Nacht hatte das Baby erstmals bei seinem Vater übernachtet. Der war, laut Staatsanwaltschaft, damit überfordert, und soll das Baby mehrmals schnell vor- und zurückbewegt haben, wodurch es zu dem Schädel-Hirn-Trauma gekommen sein soll. Die Staatsanwältin: „Er ist massiv einschlägig vorbestraft und hat ein Aggressionsproblem. Außerdem hat er seit der Tat mehrere widersprüchliche Geschichten erzählt.“ Die gleichaltrige Mutter des Babys hat außerdem in der Zeit vor dem Vorfall dreimal Fotos von blauen Flecken an ihrem Kind gemacht und den Vater deswegen in Verdacht gehabt.

Der Angeklagte erklärte vor Gericht, dass er von der Kindsmutter gedrängt worden sei, den Kleinen für die Nacht zu nehmen. Er sei mit ihm heimgegangen, sie hätten geschlafen und irgendwann in der Nacht sei das Kind aufgewacht. „Ich wollte ihm ein Fläschchen geben, aber er hat nicht getrunken. Da hab‘ ich ihn angezogen und wir sind zu Fuß zur Wohnung seiner Mutter gegangen.“ Es sei ausgemacht gewesen, dass er bei etwaigen Problemen mit dem Kind sofort zu ihr kommt.

Er schrie: „Ich geh in Häfn!“

Vor der Wohnung der Mutter habe er bemerkt, dass das Kind auf der Seite liege und eine andere Hautfarbe hatte. Daraufhin sei er schnell mit dem Kind unter dem Arm die Stiegen hinauf zur Wohnung gelaufen. „Ich war voll panisch, hab ihn aufs Bett gelegt. Dann hab ich die Rettung gerufen, konnte aber nicht mit ihnen reden, das hat dann die Mutter gemacht.“ Er habe das Kind aufgehoben und leicht hin und her „gekippt“, dabei aber seinen Kopf gehalten, „ich wollte ihn aufwecken“.

Die Mutter schildert, dass er Sturm geläutet habe und dann in die Wohnung gelaufen kam, das Baby unter dem Arm, den Kopf des Kindes nicht gestützt. „Er schrie ,Er atmet nicht mehr und ich geh in Häf’n‘ und ich habe auch geschrien.“ Die Sanitäter am Telefon hätten ihnen erklärt, wie zu reanimieren sei und zuerst habe der Angeklagte, dann sie selbst Herz-Massage und Beatmung gemacht. Bis der Notarzt kam und das Baby mitnahm. Der Schöffensenat sprach den Mann schuldig und das nicht rechtskräftige Urteil lautet auf sechs Jahre Haft.